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Sammlung von Newsfeeds

Rote Zone: Zwei Militante und zwanzig Mal Musik

[iL*] - 16. September 2020 - 20:30

Schon immer und überall auf der Welt hatten linke Bewegungen ihre Lieder. Diese Lieder begleiteten die Kämpfe, gingen aus ihnen hervor oder wurden von ihnen übernommen.
Eine musikalische Zeitreise durch die Bewegungen würde mehrere Veranstaltungen umfassen.
Deshalb stellen zwei Militante der IL Hannover in der Roten Zone jeweils zehn Lieder vor, von dene sie begleitet wurden oder von denen sie inspiriert wurden. Lasst euch überraschen und nutzt die Chance verschiedene Bewegungen und Kämpfe in all ihren Widersprüchlichkeiten durch unsere Genoss_innen kennenzulernen.
Wir feuen uns auf alle, die an dieser musikalischen und biografischen Bewegungsreise teilnehmen. Am Ende ist vielleicht noch Zeit zu diskutieren, was wir aus den Liedern für unseren politischen Aktivismus mitnehmen können. Auch wenn sie uns unterhalten, hat Franz Josef Degenhardt in seinem Liedtext recht: "ohne die, für die ich es sing', hätt alles kein' Sinn."

Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken Hannover.

Kämpfen statt Klatschen!

[iL*] - 13. September 2020 - 9:12
Solidarität mit den Arbeitskämpfen in Krankenhäusern und öffentlichem DienstInterventionistische Linke Hamburg zur Tarifrunde ÖD 2020

Im März wurde noch für die Angestellten in den sogenannten „systemrelevanten Berufen“ geklatscht, für die Pfleger* innen in den Krankenhäusern und Altenheimen, Supermarkt-Kassierer* innen, aber auch Bus- und S-Bahn-Fahrer* innen und Müllabfuhr-Beschäftigte. Ein halbes Jahr später scheint es mit der Anerkennung für diese Beschäftigtengruppen nicht weit her zu sein. Minimale Prämien wurden nur an ausgewählte Gruppen verteilt – an der schlechten Bezahlung und der zum Teil belastenden Beschäftigungssituation hat sich nichts geändert. Auf Geschenke des Staates kann sich nicht verlassen werden.

Es ist also Zeit, sich die Anerkennung, welche die Gesellschaft noch vor einem halben Jahr mit ihrem Klatschen zum Ausdruck bringen wollte, selbst zu erkämpfen! Aktuell wird der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes neu verhandelt, der für viele kommunale Beschäftigte in genau diesen Bereichen die Arbeitsbedingungen regelt. Der Verband kommunaler Arbeitgeber (VKA) bestreitet öffentlich die Notwendigkeit von Lohnerhöhungen und fordert eine „Null-Runde“. Dieser Konflikt geht aber nicht nur die Beschäftigten an! Als Gesellschaft müssen wir deutlich machen, dass wir solidarisch sind: Echte Anerkennung dieser Berufe muss mehr sein als Klatschen, muss sich auch materiell niederschlagen, in mehr Einkommen, aber auch einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen – etwa mehr Personal in den Krankenhäusern und damit einer Verringerung der Arbeitsbelastung.

Wer zahlt für die Krise?

Die Kommunen argumentieren nun, aufgrund der Corona-Krise seien die Kassen leer, Geld für Lohnerhöhungen gebe es nicht. Es stimmt: Der Staat hat viel Geld in der Krise ausgegeben. Aber sind wirklich alle arm geworden in der Krise? Im Gegenteil: Während ein Großteil der Lohnabhängigen in Kurzarbeit mit deutlich weniger Lohn auskommen musste, haben einige Konzerne deutliche Gewinnsteigerungen zu verzeichnen gehabt. Während für nicht wenige Menschen das Einkommen wegbrach und sie ihre Miete stunden lassen mussten, können sich Vermieter* innen weiter auf ihr Einkommen verlassen. Und während die Beschäftigten in den Krankenhäusern 12-Stunden-Schichten verordnet bekamen, um unsere Gesundheit zu schützen, verdient der Milliardär und größte Asklepios-Anteilseigner Bernard große Broermann weiter mit unserer Gesundheit, weil das Land Hamburg vor einigen Jahren die Landeskrankenhäuser an ihn verscherbelte. Und wenn es für ein Unternehmen doch nicht reicht, kann auf die staatliche Rettung gehofft werden, wie beim Lufthansa-Konzern, der nun mit öffentlichen Mitteln und staatlicher Beteiligung unterstützt wird, um trotzdem Arbeitsplätze abzubauen und weiter die Umwelt zu verpesten.
Die Krise hat keineswegs alle arm gemacht, sondern einen kleinen Teil, der vorher schon reich war, noch reicher. Wir saßen nie im selben Boot, wir haben nur nicht gesehen, wie die Yacht an uns vorbeizog. Denn was die Krise gezeigt hat, ist die zunehmende Verschärfung eines Klassenkonflikts zwischen der Masse der Lohnabhängigen und einer Kapital-Elite, welche fast zwei Drittel des gesamten Reichtums in Deutschland besitzt. Wenn die Kommunen also sagen, sie haben kein Geld um die Krankenpfleger* innen und Busfahrer* innen vernünftig zu bezahlen, sagen wir: Dann holt euch das Geld von denen, die an der Krise verdient haben, anstatt von denen, die den Laden am Laufen gehalten haben!

Was hat ein Arbeitskampf mit Gesundheit und Klima zu tun?Bereits im Frühjahr, als die Krankenhäuser im Fokus des öffentlichen Interesses standen, wurden Stimmen laut, die sich gefragt haben, ob ein profitorientiertes Gesundheitssystem in der Situation einer Pandemie wirklich eine kluge Entscheidung ist. Denn was ist es, das zählt: bestmögliche Versorgung und entsprechende Maßnahmen, auch wenn sich etwa das Vorhalten von Betten finanziell nicht lohnt, oder größtmögliche Rentabilität?

Die Tarifrunde wirft deshalb auch weitere Fragen auf, nämlich Fragen nach unserem Gesundheitswesen, unserem Verkehrssystem – kurz: nach sozialen Infrastrukturen und öffentlichen Gütern für die gesamte Bevölkerung. So wie die kommenden Arbeitskämpfe die Verteilung von Reichtum in Frage stellen, sollte auch die Frage nach dem Charakter und der Ausgestaltung öffentlicher Einrichtungen gestellt werden. Öffentlicher Personennahverkehr ebenso wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sollten Teil einer sozialen Infrastruktur sein, die allen Menschen unentgeltlich zur Verfügung steht! Unsere Ziele sind deshalb:

  •  Ausbau und ein kostenloser HVV für alle! Das ist notwendiger Bestandteil einer echten Verkehrswende und ein Schritt Richtung Klimagerechtigkeit hier vor Ort. Gleichzeitig ermöglicht dies mehr Mobilität und Teilhabe für alle Menschen in der Stadt. HVV Umsonst heißt für uns auch, an der Seite der HVV-Beschäftigten zu stehen, die die Verkehrswende tagtäglich möglich machen!
  •  Vergesellschaftung der Hamburger Krankenhäuser! Diese müssen den Gewinninteressen von Superreichen wie dem Asklepios-Boss entzogen und in öffentliche Hand überführt werden – unter Beteiligung von Beschäftigten und Stadtgesellschaft. Einhergingen muss dies mit einer Abschaffung des Fallpauschalensystems (DRGs): Dieses System hat die Ökonomisierung des Gesundheitswesens, die Möglichkeit mit bestimmten Behandlungen viel Gewinn zu machen und den Abbau von Personal maßgeblich vorangetrieben.

Wenn im Herbst die Krankenhausbeschäftigten, die Beschäftigten des ÖPNV, der Müllabfuhr und andere Branchen streiken werden, stehen wir hinter ihnen. Kämpfen wir gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen, gegen eine Abwälzung der Krisenlasten auf Kosten der Lohnabhängigen und für eine soziale Infrastruktur, die Gesundheit und Klima dient und allen unentgeltlich zur Verfügung steht!

Interventionistische Linke Hamburg, September 2020

  • Freitag 18.9. Aktionstag von Fridays for Future und ver.di zur Unterstützung der ÖPNV-Beschäftigten
  • Samstag, 19.9., 18 Uhr: Demonstration „Wer hat der gibt“, Moorweide (S Dammtor), mehr Infos: https://werhatdergibt.org/hamburg/
  • September/Oktober: erste Streiks in Krankenhäusern und öffentlichen Dienst, informiert euch!

In Moria verbrennt grade eure Idee der EU.

[iL*] - 9. September 2020 - 22:47
Gestern standen #dreizehntausend Stühle vor dem Reichstagsgebäude, heute steht Moria in Flammen.

Am 9. September fanden wir uns um 18.00h in Nürnberg spontan zu einer Kundgebung und Demonstration zusammen. 200 Menschen sind gekommen.

Nachdem Menschen im Lager an Corona erkrankten, steht das Lager seit Donnerstag komplett unter Quarantäne. Dagegen gab es gestern Nacht Aufstände, die Menschen wehrten sich gegen die unmenschlichen Lebensbedingungen. Nach dem Ausbruch des Feuers flohen tausende Menschen in die anliegenden Berge und sind nun obdachlos. Die Polizei schießt mit Tränengasgranaten auf sie.
In Moria verbrennt grade eure Idee der EU.


Die Europäische Union verstößt schon lange gegen Völkerrecht, Europarecht, die Europäische Menschenrechtskonvention und die Genfer Flüchtlingskonvention. Schon längst hätte Moria evakuiert werden müssen aber die Menschen wurden ihrem Schicksal überlassen. Die humanitäre Maske der EU ist schon längst gefallen: Zur Abschottung arbeitet sie schon lange mit autoritären Regimen zusammen und lässt tausendfaches Ertrinken im Mittelmeer, illegale Abschiebungen und Folter zu. Als letzte Konsequenz ihrer mörderischen Abschottungspolitik werden Menschen an den Grenzen erschossen, Faschos konnten durch die Straßen von Lebsos ziehen und Geflüchtete, Journalisten*innen, Aktivisten*innen und Mitarbeitende von NGOs angreifen und natürlich wird weiterhin das massenhafte Sterben im Mittelmeer sowie das Sterben durch eine Ausbreitung des Coronovirus in Kauf genommen.


Wir sehen diese Krise nicht als Corona-Krise oder Wirtschaftskrise, sondern als Krise des kapitalistischen Systems an sich. Eine Krise, in der in erster Linie diejenigen gerettet werden, die die kapitalistische Maschinerie am Laufen halten. Kapitalismus und Rassismus führen dazu, dass die Rettung von schutzsuchenden Menschen an den EU-Außengrenzen einfach keine politische Priorität ist und nie werden wird und Menschenrechte damit buchstäblich in Flammen aufgehen. Diese Politik der Abschottung, Abschiebung und des Sterben-lassens ist gängige EU-Politik und gleichzeitig Munition in den Waffen von Faschisten*innen.
Jetzt muss der Groschen endlich fallen: Evakuiert die Geflüchteten aus Lesbos jetzt sofort! Es kann nicht sein, dass 13.000 Menschen in ihrer sowieso schon furchtbaren Lage von Einsatzkräften gehindert werden den Hafen von Mytilini zu erreichen, um wenigstens einigermaßen in Sicherheit zu sein. Noch viel weniger kann es sein, dass die EU nach diesen Bränden trotzdem weiter bei einer der schwersten humanitären Krisen unserer Zeit nur zuguckt: Moria und seine Flammen sind das Symptom eurer kapitalistischen, rassistischen und menschenfeindlichen Ideologie.
Dieser gesamten Krise können wir nur mit globaler Solidarität und sozialer Gerechtigkeit begegnen. Ihr sagt: Die Würde des Menschen ist unantastbar, aber meint damit nur weiße, deutsche Menschen. Wir sagen: kein Mensch ist illegal und deshalb verdienen alle Leben Schutz und Solidarität. Diese Prinzipien dürfen nicht an Ländergrenzen halt machen oder abhängig sein vom zufälligen Ort der Geburt. Insbesondere die reichen Gesellschaften des Globalen Nordens, deren Reichtum auf Kolonialismus und jahrhundertelanger Ausbeutung des Globalen Südens beruht, müssen auf solidarische und gerechte Weise mit den globalen Krisen umgehen.


Deswegen: Nie wieder Zustände wie in Moria! und zwar nirgendwo!…Moria ist niedergebrannt und statt es wieder zu errichten, nehmt die Menschen auf, aus allen Lagern! Evakuiert alle, leave no one behind!
Für eine Welt, in der niemand fliehen muss, in der es keine Grenzen gibt und für die soziale Revolution! Hoch die internationale Solidarität!

Gedenken an die NSU-Opfer in Nürnberg

[iL*] - 6. September 2020 - 16:35
Offener Brief an die Stadt Nürnberg

In den kommenden Tagen jährt sich die Ermordung von Enver Şimşek zum 20. Mal. In Nürnberg wurden drei Menschen durch den NSU ermordet und ein weiterer Mensch bei einem Bombenanschlag schwer verletzt. Zusammen mit verschiedenen Organisationen, Verbänden und Parteien fordern  wir die Stadt Nürnberg auf das Gedenken an die Opfer des NSU zu unterstützen. Zugleich wollen wir die Stadt in die Verantwortung ziehen, ihrem  Namen als  „Stadt der Menschenrechte“ gerecht zu werden und  sich für die Aufklärung des NSU- Komplex, insbesondere die Verstrickung der staatlichen Behörden, einzusetzen. Kein Schlussstrich!

 

Gedenken an die NSU-Opfer in Nürnberg
Seit 2015 findet das Straßenfest am Aufseßplatz statt. Der Titel des Straßenfestes spricht für sich und
ist eine klare Positionierung: „Gegen Rassismus und Diskriminierung – Für ein besseres
Zusammenleben“. Dieses Fest wird getragen von einem breiten Bündnis unterschiedlicher Parteien,
Gewerkschaften, Vereinen und Organisationen. Insgesamt sind es etwa 60 Gruppen, die sich in
irgendeiner Form beteiligen oder beteiligt haben. Die Schirmherrschaft des Festes übernahm in den
Jahren 2015 bis 2019 der damalige OBM Dr. Ulrich Maly.
Die Notwendigkeit für das Straßenfest ist die Erinnerung an die Opfer des NSU, die Forderung nach
Aufklärung des Komplexes um den NSU und das gemeinsame Engagement gegen Rassismus.
Nürnberg nimmt mit drei Morden und einem Bombenanschlag innerhalb der NSU-Mordserie eine
unrühmliche Spitzenposition ein. Um den drei Mordopfern – Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru
und İsmail Yaşar – und dem Betroffenen des Bombenanschlags Mehmet O. zu gedenken, sollte neben
reinen Gedenkveranstaltungen an den jeweiligen Orten eine weitere Form des Erinnerns, aber auch
des Mahnens und des Informierens gefunden werden. Daraus ist das Straßenfest entstanden,
welches seit seinem Bestehen immer im Juni stattfindet, im Umfeld der Todestage der beiden letzten
Nürnberger Todesopfer. Heute sind wir an einem Punkt, wo das NSU Gedenken nahezu
ausschließlich von der Zivilgesellschaft getragen wird. Von Seiten der Stadt gibt es bis auf wenige
Ausnahmen fast kein Gedenken. Angesichts des Umstandes, dass die Betroffenen des NSU-Terrors
und ihre Familien unerträgliche Schikanen von Seiten der Polizei und der Medien erfahren mussten,
umso unverständlicher.
Dass Gruppen, die sich antirassistisch engagieren, Gedenkveranstaltungen durchführen,
Gedenktafeln an den Tatorten anbringen oder eben mit dem Straßenfest ein Zeichen für Miteinander
setzen, ist ein wichtiges Zeichen, zeigt jedoch auch die mangelnde Tätigkeit von Seiten der Stadt auf.
Der Titel des Straßenfestes formuliert zwei Facetten. Einerseits erfolgt eine klare Positionierung
wogegen wir stehen – gegen Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form. Andererseits wird
aber auch verkürzt beschrieben, wofür wir eintreten: für ein besseres Zusammenleben. Da lt.
Polizeibericht im Jahr 2019 in Nürnberg die rechte Gewalt um 39,3 % gestiegen ist, wird deutlich, wie
wichtig und notwendig diese Positionierung ist.
Leider konnte das Straßenfest in diesem Jahr nicht real am Aufseßplatz stattfinden, es gab lediglich
eine Online-Version mit zahlreichen Wortbeiträgen und klaren Positionierungen. Auch der neue
Oberbürgermeister Marcus König sendete eine deutliche Grußbotschaft: „Wir gedenken auch an die
NSU-Mordserie und die Opfer. Gleichzeitig wird eine starke Botschaft für ein besseres
Zusammenleben gesendet.“ Etwas später folgen die Sätze: „Wir haben einen Auftrag. Wir sind in der
Stadt des Friedens und der Menschenrechte und jeder von uns muss jeden Tag gegen Rassismus und
Diskriminierung einstehen.“ Diesen Sätzen müssen nun auch Taten folgen.
Das Gedenken darf nicht nur Aufgabe von zivilen Akteur*innen sein, sondern auch die Stadt
Nürnberg, als Stadt der Menschenrechte und des Friedens, muss die Verantwortung für das
Gedenken an die Opfer der Verbrechen, die hier passiert sind, übernehmen. In Zeiten des immer
stärker werdenden rechten Terrors und wachsenden Hasses und stärker werdender Hetze muss ein
starkes Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung gesendet werden. Dazu ist eine Verbreiterung
in der Stadtgesellschaft notwendig, bei der auch die Stadt Nürnberg eine entscheidende und
tragende Rolle spielen muss.
Deshalb haben wir folgende Forderungen:
• Offizielle Beteiligung und Unterstützung der Stadt Nürnberg am Straßenfest gegen Rassismus
und Diskriminierung
• Gedenktafeln/Mahnmale an den Tatorten der Nürnberger NSU-Opfer
• Die Stadt Nürnberg muss sich an den zivilen Gedenkveranstaltungen an den Todestagen der
drei Nürnberger NSU-Opfer sowie am Tag des Anschlags auf die Gaststätte Sonnenschein
unterstützend beteiligen. Die inhaltliche Ausgestaltung der Veranstaltungen bleibt bei den
zivilen Gruppen.
• Straßenumbenennung in die Namen der Nürnberger NSU-Opfer:
Liegnitzer Straße in Enver-Şimşek-Straße
Siemensstraße oder Gyulaer Straße in Abdurrahim-Özüdoǧru-Straße
Scharrerstraße in Ismail-Yaşar-Straße
• Umbenennung der Scharrerschule → Ismail Yaşar Grund- und Mittelschule
• Die Stadt Nürnberg muss ihren Einfluss geltend machen und sich für einen zweiten NSUUntersuchungsausschuss einsetzen
Gerne sind wir bereit, die einzelnen Punkte inhaltlich zu begleiten und stehen ebenso
selbstverständlich für Gespräche bereit. 


Unterzeichner*innen: • Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt der SPD Nürnberg • Arbeitskreis gegen Rechts der SPD Nürnberg • Black Community Foundation Nürnberg • Bündnis 90 / die Grünen Kreisverband Nürnberg • Bunter Tisch Gartenstadt und Siedlungen Süd • Das Schweigen Durchbrechen • Deutscher Freidenker Verband Nürnberg • Freundschafts- und Solidaritätsverein e.V. • DIE LINKE Nürnberg-Fürth • DKP Nürnberg • Grüne Jugend Nürnberg • Fliederlich e.V. Queeres Zentrum Nürnberg • Interventionistische Linke Nürnberg • Iranischer Kulturverein Khayam • Junge Stimme e.V. • Jusos Nürnberg • Kreisjugendwerk Nürnberg e.V. • Kreisjugendring Nürnberg-Stadt • MC Kuhle Wampe „Geyers Schwarzer Haufen“ • Medya Volkshaus e.V. • MOiN e.V. - Migrantenorganisationen in Nürnberg • Naturfreunde Nürnberg Mitte • Nürnberger Bündnis Nazistopp • PAHN - Politische Arbeitsgemeinschaft Helferkreise Region Nürnberg • Sozialistische Jugend Deutschlands – die Falken Unterbezirk Nürnberg • Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Nürnberg (VVN-BdA)

Keine Einzeltäter - rassistischer Angriff durch NPD-Mitglied Stefan Heym in Darmstadt

[iL*] - 29. August 2020 - 12:52
Bewertungen der Veröffentlichungen um Stefan Heym Zusammenstellung der Veröffentlichungen von Stefan Heym Einen Tag nach seinem rassistischen Angriff (*) auf zwei Menschen in #Darmstadt, sind am frühen Freitag Morgen mehrere Details über den Nazi Stefan Heym auf seinem Facebook-Account veröffentlicht worden. Der Nazi Stefan Heym wohnt in Darmstadt, hat mindestens einen Bachelorabschluss und hatte an der Frankfurter Goethe-Universität ein Stellenangebot als Tutor in den Rechtswissenschaften vorliegen. Nach Angaben des Fachbereiches hat er dies aber nicht angetreten. Stefan Heym ist Mitglied und Fanboy der NPD Hessen. Es ist dokumentiert, dass er zahlendes Mitglied im Freundeskreis der AfD-nahen Desiderias Erasmus Stiftung ist.
Den Veröffentlichungen ist zu entnehmen, dass es sich bei Stefan Heym um einen überzeugten Rassisten mit einem extrem rechten Weltbild handelt. Es geht zudem aus den Veröffentlichungen hervor, dass er sich an Verteil- und Klebeaktionen von NPD – Inhalten in Darmstadt beteiligt hat.

Doch der rassistische Angriff von Stefan Heym ist kein #Einzelfall. Auch wenn es in Darmstadt noch keine organisierte Nazi-Szene gibt, in den letzten Jahren kam es immer wieder zu rassistischen und rechten Angriffen und Auffälligkeiten in #Darmstadt.

Die jüngste und prägnantesten Vorkommnisse in Darmstadt der letzten Monate wollen wir kurz darstellen:

- 21.11.19 AfD und JA Kader Sascha Loppnow versucht Gegendemonstranten mit dem Auto umzufahren. https://www.bgr-darmstadt.de/2019/11/fast-zweihundert-menschen-protestieren-gegen-afd-veranstaltung/

- 1. Januar 2020 Angriff mit Schreckschusspistole und zeigen des Hitlergrußes vor einer Darmstädter Kneipe
https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/staatsschutz-ermittelt-nach-attacke-in-darmstadt_20982177

- März / April bzw. noch anhaltende Sachbeschädigungen und Verunglimpfungen an Plakaten, die an die Opfer von Hanau erinnern. https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/in-darmstadt-nehmen-rassistische-taten-zu_21591193

- Seit April Querdenker Demonstrationen mit bis zu 400 Menschen, bei denen von Beginn an Antisemitische und Demokratiefeindliche Aussagen und Propaganda (Auslegen u.a. des Compact-Magazins) getätigt wurden. Fotos und Dokumentation bei Twitter: @filmkollektivDA und @pro_foto_SuedHE

Schließlich: Zeigen des Hitlergrußes auf Querdenken-615 Fahrraddemo
https://www.bgr-darmstadt.de/2020/07/hitlergruss-und-sieg-heil-rufe-in-darmstadt-oder-polizei-muss-zum-jagen-getragen-werden/

- 16. Juni Menora der liberalen Synagoge wird beschädigt.
https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/entsetzen-uber-anschlag-auf-menora-in-darmstadt_21826875

- 26. August Angriff von Neonazi Stefan Heym auf zwei schwarze Jugendliche mit Aussagen "Scheiss N." und "Heil Hitler" mit entsprechendem Gruß. Außenstehende schreiten erst ein als die Jugendlichen sich Versuchen zu wehren.
(*) https://www.fb.com/watch/?v=590881328245570&extid=ZqB3BblyE8HDtMvI

Diese Reihe von rechten Gewalttaten macht deutlich: Nazis fühlen sich in Darmstadt zunehmend sicher. Auch wenn es bisher Individuen sind, die diese Taten begehen, sind es #KeineEinzeltäter. Ihre Taten finden im Kontext eines gesamtgesellschaftlichen Rechtsrucks statt und finden Widerhall im Resonanzraum rechts-affiner Mobilisierungen wie Querdenken und werden befeuert und unterstützt von rechten Netzwerken in Polizei- und Sicherheitsbehörden ( #NSU20 ).

Diesen Bestrebungen müssen wir entgegentreten, um in Darmstadt Nazis wieder aus dem öffentlichen Raum zu verbannen. Für #MakeRacistsAfraidAgain braucht es eine gemeinsame Anstrengung in allen Lebensbereichen, einen gesamtgesellschaftlichen #Antifaschismus.

Das meint ALLE ZUSAMMEN GEGEN DEN FASCHISMUS. Für eine konsequente #Entnazifizierung.

Für einen gesamtgesellschaftlichen antifaschistischen Konsens!

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