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Aktualisiert: vor 59 Minuten 10 Sekunden

Kundgebung gegen den Landesparteitag der AfD in Hamburg

21. November 2017 - 22:22

Aufruf des Hamburger Bündnis gegen Rechts:

Am kommenden Wochenende will die rassistische „Alternative für Deutschland“ ihren Landesparteitag im „Forum Alstertal“ in Poppenbüttel abhalten. Nach dem Einzug der Partei in den Bundestag und dem Wechsel des alten Landesvorsitzenden Bernd Baumann nach Berlin, geht es bei dem Parteitag vor allem darum, einen neuen Landesvorstand zu wählen.

Als Spitzenkandidaten treten voraussichtlich der völkisch-nationalistische Burschenschafter Alexander Wolf und der innenpolitische Hardlliner und ehemalige Schillpartei-Funktionär Dirk Nockemann gegen einander an. Beide stehen exemplarisch für die immer deutlichere Rechtsentwicklung der AfD in den letzten Jahren. Wir sagen, dass in Hamburg und anderswo kein Platz für diese Partei ist.

Der Bundestagswahlkampf war geprägt von AfD-Propaganda gegen Muslim*innen, Migrant*nnen und Geflüchtete, gegen Feminist*innen und politisch Andersdenkende. Der Bundesvorsitzende Alexander Gauland lobte die Nazi-Wehrmacht und wollte die Hamburger Politikerin Aydan  Özoguz „in Anatolien entsorgen“. Und der Noch-Landeschef Baumann bekräftigte diese an NS-Vokabular erinnernde Hetze.

Wir sind der AfD in den letzten Jahren überall entgegengetreten, wo sie den öffentlichen Raum für ihre menschenfeindliche Politik nutzen wollte. Inzwischen findet die AfD in Hamburg fast keine Gaststätten, Bürgerhäuser oder Schulen mehr  die an sie vermietet.  Sie erreichte hier das schlechteste Ergebnis im Vergleich mit anderen Bundesländern - dies ist auch ein gemeinsames Verdienst von antifaschistischen Kräften und der Zivilgesellschaft.

Wir fordern das „Forum Alstertal“ auf, der AfD sofort die Räume zu kündigen.

Und wir  rufen alle Menschen auf, am kommenden Samstag gemeinsam mit uns gegen die AfD zu protestieren, sollte der Parteitag nicht abgesagt werden.

Kommt zur Kundgebung!

Input Vortrag #3: Solidarisch im Stadtteil

16. November 2017 - 18:56

Während unter der Großen Koalition in der vergangenen Wahlperiode zwar ca. eine Million neue Wohnungen gebaut wurden, nimmt die Zahl derer, die sich diese renovierten Wohnungen trotz (bzw. wegen) eingeführter ‚Mietpreisbremse‘ nicht (mehr) leisten können, deutlich zu. Sie besitzt etliche Schlupflöcher, so dass Hauseigentümer die Deckelung mühelos umgehen können. Resultierende Prekarisierungen von Mieter_innen führen zu beengenden Lebensverhältnissen, Zwangsräumungen sowie einer deutlichen Zunahme von Wohnungs- bzw. Obdachlosen. Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland ist im Jahr 2016 auf rund 335.000 gestiegen - ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. Prognostiziert wird bis 2018 ein Zuwachs auf 536.000. Bereits jetzt sind fast 10 % minderjährig.
Wie Armut in unterschiedlichen kommunalen Kontexten reg(ul)iert wird, wer besonders von der Verdrängungspolitik betroffen ist und welche Auswirkungen es für diese Betroffenen hat, wollen wir in einer Podiumsdiskussion aufgreifen. Eingeladen haben wir hierzu einen Aktivisten der ‚Interventionistischen Linken‘ Berlin, der sich in deren Stadt-AG engagiert (http://www.interventionistische-linke.org/autorinnen/stadt-ag-der-il-berlin). Weiterhin werden je eine Person des stadtpolitischen Bündnisses Mannheims ‚Wem gehört die Stadt?‘ (WGDS: http://wgds-mannheim.de/) und des ‚Arbeitskreises Kritische Soziale Arbeit Ludwigshafen‘ (AKS LU: https://aksludwigshafen.wordpress.com/aktueller-schwerpunkt-2/) die regionalen Besonderheiten der Wohnungs- und Obdachlosenpolitik sowie Hintergründe und Bedingungen von (Ent)Solidarisierungen – selbstverständlich auch gemeinsam mit dem Publikum – diskutieren.

Café Arranca!

15. November 2017 - 15:51
Freiraumcafé und VoKü der interventionstischen Linken Rhein-Neckar Cafe Arranca all Das Café Arranca! ist ein neues Freiraum-Angebot im ASV im Jungbusch, welches immer am dritten Sonntag im Monat um 19 Uhr stattfindet. In gemütlicher, ungezwungener (Café-)Atmosphäre möchten wir euch einen Raum bieten, für Diskussion und politische Auseinandersetzung, um sich auszutauschen und kennenzulernen. Oder einfach um entspannt die Woche ausklingen zu lassen. Dazu gibt es leckeres, veganes Essen zum Selbstkostenpreis und regelmäßig einen politischen Input (Film/ Texte/ Vortrag).

Cafe Arranca!

15. November 2017 - 15:20
Sonntag, 19.11. im ASV, Beilstr. 12 Hinterhaus im Jungbusch; Vokü ab 19:00 Uhr; Input ab ca. 20:00 Uhr

Zu unserem diesmaligen Freiraumcafe haben wir die Genoss*innen der feministschen Gruppe "Rosen unter´m Beton" zu Gast, welche informieren werden, warum angesichts der gesellschaftlichen Verhältnisse Feminismus immer noch eine absolute Notwendigkeit (für alle Geschlechter) ist und wie man feministische Kämpfe unterstützen kann.
Welches vegane Gericht wir dieses mal für euch kochen, wird in wenigen Tagen preisgegeben werden, seid gespannt!

Organizing – Werkzeuge für die politische Praxis

14. November 2017 - 20:02
Organizing ist in Deutschland vor allem als gewerkschaftliche Praxis der Mitgliedergewinnung und –aktivierung bekannt geworden. Weniger verbreitet ist das Konzept des transformativen Community Organizings, dass auch politische Gruppen für ihre politische Arbeit nutzbar machen können.

Im Vortrag wird das Prinzip des transformativen Organizing als systemverändernde Kraft vorgestellt und sich mit Fragen auseinandergesetzt wie:

Wie gewinnen wir neue Mitstreiter*innen? Wie schaffen wir es neue Leute langfristig in die politische Arbeit einzubinden? Wie gestalten wie produktive Aktiven-Treffen? Wie verbinden wir konkrete Anliegen im Alltag mit der großen Systemfrage?

Referenten sind Violetta Bock und Michael Heldt aus Kassel. Sie sind Übersetzer des Buches “Transformatives Organizing – ein Handbuch” und wenden Organizing Methoden in ihrer politischen Praxis im Stadtteilladen Rothe Ecke und im Betrieb an.

Die Veranstaltung findet am 06. Dezember ab 20 Uhr im Hannebambel (Kleberstraße, Aschaffenburg) statt und wird organisiert von der Interventionistischen Linken Aschaffenburg.

ILTIS in Bermudas - Solidarisch im Stadtteil - Ausstrahlung

10. November 2017 - 14:20

Während in der vergangenen Wahlperiode ca. eine Million neue Wohnungen gebaut wurden, steigt die Zahl derer, die sich diese Wohnungen nicht mehr leisten können. Prekarisierungen von Mieter*innen führen zu beengten Lebensverhältnissen, Zwangräumungen und einer deutlichen Zunahme von Wohnungs- und Obdachlosigkeit.

Wie Armut reg(ul)iert wird, wer besonders von der Verdrängungspolitik betroffen ist und welche Auswirkungen dies für die Betroffenen hat, werden wir diesmal mit drei Gästen diskutieren: Einem Mitglied der Berliner "Recht-auf-Stadt AG" der Interventionistische Linken, einem Bewohner des Jungbusch, der sich bei WGDS? Mannheim - Stadtpolitisches Bündnis engagiert und eine Person aus dem Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Ludwigshafen.

Die Diskussion wird diesmal nicht nicht im Studio des Bermuda Funk aufgezeichnet, sondern findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Begriff der Solidarität von Input Mannheim statt.

Hier geht's zum FB-Event: https://www.facebook.com/events/1861938480502252/

»ILTIS in Bermudas« ist der monatliche Polit-Talk im Bermuda Funk, veranstaltet von der Interventionistischen Linken Rhein-Neckar.

Die Sendung wird jeden dritten Dienstag eines Monats um 22 Uhr ausgestrahlt und kurz vorher aufgenommen. Sie ist über den Livestream des bermuda.funks (http://bermudafunk.org/livestream.html) zu empfangen sowie auf den UKW-Frequenzen 89,6 MHz (MA) / 105,4 MHz (HD) und anschließend vorübergehend im Podcast des bermuda.funks und dauerhaft im Archiv von Freie-Radios.net (http://www.freie-radios.net/serie/iltisinbermudas) zu finden.

http://bermudafunk.org/sendungen/sendungen/iltis-in-bermudas.html

Es Reicht!

9. November 2017 - 20:59
Erklärung zur Demonstration am 4. November in Düsseldorf

 

Am 4. November hat sich etwas verändert. Am 4. November standen 10.000 Menschen gemeinsam gegen reaktionäre Entwicklungen in ganz Europa in Düsseldorf auf der Straße. Kurdische Aktivistinnen, Türkische Oppositionelle, deutsche Linke.
Eine angemeldete Demonstration, um für Demokratie und Antifaschismus einzustehen. Gegen all die Deals zwischen der deutschen Bundesregierung und der schon lange nicht mehr legitimen Regierung der Türkei. Für alle, die unrechtmäßig in die türkischen Gefängnissen gesteckt werden. Gegen die rechten Bewegungen und neofaschistischen Gruppen die sich in Europa, in Deutschland und in der Türkei bilden. Deshalb haben wir als Interventionistische Linke zu der Demonstration mit aufgerufen, deshalb sind wir gemeinsam mit unseren kurdischen Freundinnen nicht zurückgewichen als die Polizei die Demonstration stoppte.

Am 4. November hat sich etwas verändert. Unsere kurdischen Genoss*innen haben zu tausenden gesagt: Es reicht!
Trotz des Verbots zeigen wird die Fahnen der YPG, die Fahnen der kurdischen Frauenbewegung und die Bilder Abdullah Öcalans.
Der Widerstand war sichtbar. Keine der Fahnen verschwand. Keine der Demonstrierenden wich zurück. Niemand hat sich einschüchtern lassen.
Doch mit aller Gewalt, mit Knüppeln und Pfefferspray, mit der Drohung der Wasserwerfer konnten sie die Demonstration stoppen.

Wir sind nicht verwundert, wir sind wütend. Alle - von den Grünen bis zur CDU - tadeln die Türkei. Die bürgerlichen Medien heucheln Empörung. Gleichzeitig findet die Kriminalisierung der demokratischen, freiheitlichen, kurdischen Bewegung hier ebenfalls statt. Eine Bewegung, die gegen den IS kämpft und in von der Türkei zerstörten Städten lebt. Deshalb stehen und standen wir mit Ihnen, um zu sagen: Es reicht!
Am 4. November hat sich etwas verändert. Kurdistan ist schon längst kein kurdischen Thema mehr. Es geht hier nicht mehr darum Utopien wie Rojava gut oder schlecht, die Glorifizierung Öcalans gut oder schlecht, den kurdischen Kampf gut oder schlecht zu finden. Es geht darum, dass die Bundesrepublik am Samstag unmissverständlich mit Schlagstöcken und Pfefferspray klar gemacht hat, dass für sie Demokratie endet, wenn diese zur Gefahr der Deutsch-Türkischen Beziehungen wird.

Aber es soll sich niemand täuschen:
Wir werden näher zusammen rücken - Schulter an Schulter.

Wir bleiben dabei:

  • Stoppen wir den Waffenhandel in die Türkei
  • Weg mit den Verboten kurdischer Fahnen und Symbole
  • Freiheit für die kurdischen und türkischen Gefangenen in der BRD
  • Freiheit für die verfolgten Revolutionärinnen und Demokratinnen in der Türkei
  • Freiheit für Abdullah Öcalan
  • Weg mit dem Verbot der PKK

Es reicht:
Kämpfen wir gemeinsam für eine Gesellschaft der Freiheit und Solidarität
Hoch die Internationale Solidarität

Freiheit für Fabio und alle anderen G20-Gefangenen!

9. November 2017 - 0:37
Am 14.11. und am 15.11. geht der Prozess gegen unseren italienischen Genossen Fabio, der seit dem G20-Gipfel in Untersuchungshaft sitzt, weiter. Gemeinsam mit der Kampagne #UnitedWeStand rufen wir an den Prozesstagen zu Kundgebungen vor dem Amtsgericht Hamburg-Altona auf. Wir wollen unsere Solidarität mit Fabio zeigen und ihm zurufen: Danke, dass du nach Hamburg gekommen bist, um mit uns gemeinsam gegen den Wahnsinn der Welt aufzustehen! Daran gibt es nichts zu bereuen. Sie haben dich eingesperrt und angeklagt, aber sie meinen uns alle!

Fabio hat am 7.11. vor Gericht eine kraftvolle und berührende Erklärung abgegeben, die wir unten dokumentiert haben. Mehr ist nicht zu sagen. Wir werden zusammenstehen und weiter kämpfen. Wir werden an Fabios Seite stehen. Kommt zu den Kundgebungen vor dem Amtsgericht Hamburg Altona am Dienstag 14.11. um 11.30 Uhr und am Mittwoch 15.11. um 8.30 Uhr!

 

Erklärung von Fabio V. anlässlich der Sitzung am 07. November 2017 im Amtsgericht Hamburg-Altona

Frau Richterin, Frau Schöffin, Herr Schöffe, Frau Staatsanwältin, Herr Jugendgerichtshelfer,

Sie müssen heute über einen Mann urteilen. Sie haben ihn als „aggressiven Kriminellen“ und als „respektlos gegenüber der Menschenwürde“ bezeichnet. Mich persönlich kümmert es nicht, mit welchen Attributen Sie mich benennen. Ich bin nur ein Junge mit einem starken Willen.

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass die Herrschaften Politiker, Polizeikommissare und Staatsanwälte wahrscheinlich glauben, dass sie den Dissens auf den Straßen aufhalten können, indem sie ein paar Jugendliche festnehmen und einsperren. Wahrscheinlich glauben diese Herrschaften, dass das Gefängnis ausreicht, um die rebellischen Stimmen aufzuhalten, die sich überall erheben. Wahrscheinlich glauben diese Herrschaften, dass die Repression unseren Durst nach Freiheit aufhalten wird. Unseren Willen, eine bessere Welt zu erschaffen.

Nun gut, diese Herrschaften täuschen sich. Sie liegen falsch, das beweist auch die Geschichte.

Denn wie ich mussten bereits unzählige junge Menschen Gerichtsverfahren wie dieses hier durchleben.

Heute ist es Hamburg, gestern war es Genua und davor wiederum war es Seattle.

Sie versuchen, die Stimmen der Rebellion, die sich überall erheben, mit allen „legalen“
Mitteln und „prozessrechtlichen Maßnahmen“ einzugrenzen.

Wie dem auch sei, wie auch immer die Entscheidung des Gerichtes lauten wird, sie wird nichts an unserem Protest ändern. Denn noch viele junge Männer und Frauen, die von den gleichen Idealen angetrieben werden, werden auch weiterhin überall in Europa auf die Straßen gehen, ohne sich dabei um die Gefängnisse zu kümmern, die Sie mühevoll versuchen, mit politischen Gefangenen zu füllen.

Aber kommen wir nun zum Punkt, Frau Richterin, Frau Staatsanwältin, Frau Schöffin, Herr Schöffe, Herr Jugendgerichtshelfer.

Kommen wir zum Punkt.

Wie Sie sich vorstellen können, werde ich heute in Bezug auf die Sache, wegen der ich angeklagt bin, von meinem Recht zu schweigen Gebrauch machen. Aber ich möchte etwas über die Beweggründe sagen, weswegen ein junger Arbeiter aus einer abgelegenen Stadt in den östlichen Voralpen nach Hamburg gekommen ist. Er tat dies, um sein Missfallen am G20-Gipfel zum Ausdruck zu bringen.

G20. Allein der Name an sich hat etwas Perverses.

20 Menschen, Männer und Frauen, welche die reichsten Industrieländer der Welt vertreten, versammeln sich um einen Tisch. Sie sitzen alle zusammen, um über unsere Zukunft zu entscheiden. Ja, ich habe es richtig gesagt: „unsere“ Zukunft. Meine Zukunft, die Zukunft aller Menschen, die heute hier in diesem Saal sitzen, sowie die Zukunft weiterer 7 Milliarden Menschen, die auf unserer schönen Erde wohnen.

20 Menschen entscheiden über unser Leben und unseren Tod.

Selbstverständlich ist die Bevölkerung zu diesem netten Bankett nicht eingeladen. Wir sind nichts anderes als die dumme Schafsherde der Mächtigsten der Welt. Hörige Zuschauer dieses Theaters, in dem eine Handvoll Menschen die ganze Menschheit in der Hand hat.

Frau Richterin, ich habe lange darüber nachgedacht, bevor ich nach Hamburg gekommen
bin.

Ich habe an Herrn Trump gedacht und an seine Vereinigten Staaten von Amerika, die sich unter der Flagge der Demokratie und der Freiheit für die Polizisten der ganzen Welt halten. Ich habe an die vielen Konflikte gedacht, die der amerikanische Riese in jeder Ecke des Planeten anstiftet. Von Nahost bis nach Afrika. Alles mit dem Ziel, die Kontrolle über die eine oder andere Energiequelle zu erlangen. Nicht so wichtig, dass dann immer die gleichen sterben: Zivilisten, Frauen und Kinder.

Ich habe auch an Herrn Putin gedacht, den neuen Zaren Russlands, der in seinem Land systematisch die Menschenrechte verletzt und sich über jegliche Art von Opposition lustig macht.

Ich habe an die Saudis und an ihre auf Terror gründenden Regierungen gedacht, mit denen wir westliche Länder riesige Geschäfte machen.

Ich habe an Erdoğan gedacht, der seine Gegner foltert, tötet und einsperrt.

Ich habe auch an mein eigenes Land gedacht, in dem jede Regierung mit Gesetzesdekreten pausenlos die Rechte von Studenten und Arbeitnehmern beschneidet.

Kurzum, das sind sie, die Hauptdarsteller des prächtigen Banketts, das im letzten Juli in Hamburg stattgefunden hat. Die größten Kriegstreiber und Mörder, die unsere heutige Welt kennt.

Bevor ich nach Hamburg kam, habe ich auch an die Ungerechtigkeit gedacht, die unseren Planet zerstört. Es scheint mir schon fast banal zu wiederholen, dass 1% der reichsten Bevölkerung der Welt genau so viel Reichtum besitzt wie 99% der ärmsten Bevölkerung zusammen. Es scheint mir schon fast banal zu wiederholen, dass die 85 reichsten Menschen auf der Welt genau so viel Reichtum besitzen wie 50% der ärmsten Bevölkerung der Welt zusammen. 85 Menschen gegenüber 3,5 Milliarden. Nur ein paar Zahlen, die ausreichen, um eine Vorstellung zu bekommen.

Und dann, Frau Richterin, Frau Schöffin, Herr Schöffe, Frau Staatsanwältin, Herr Jugendgerichtshelfer, bevor ich nach Hamburg kam, habe ich an meine Stadt gedacht: an Feltre. Das ist der Ort, an dem ich geboren wurde, an dem ich aufgewachsen bin, an dem ich leben möchte. Es ist ein kleines mittelalterliches Städtchen, das wie ein Juwel in die östlichen Voralpen eingelassen liegt. Ich habe an die Berge gedacht, die sich bei Sonnenuntergang rosa färben. An die wunderschönen Landschaften, die ich das Glück habe aus dem Fenster meines Zuhauses sehen zu können. An die umwerfende Schönheit dieses Ortes.

Und dann habe ich an die Flüsse in meinem schönen Tal gedacht, die von den vielen Unternehmern geschändet werden, die Genehmigungen haben wollen, um dort Elektro-Wasserwerke zu bauen, unbeachtet der Schäden, die sie der Umwelt und der Bevölkerung zufügen. Ich habe an die Berge gedacht, die vom Massentourismus befallen werden und zu einem grausigen Militärübungsplatz geworden sind.

Ich habe an den wunderschönen Ort gedacht, an dem ich lebe und der an skrupellose Geschäftemacher verscherbelt wird. Genauso wie viele andere Täler in jeder Ecke des
Planeten, in denen die Schönheit im Namen des Fortschritts zerstört wird.

Angetrieben von all diesen Gedanken hatte ich mich also entschieden, nach Hamburg zu kommen und zu demonstrieren. Hierher zu kommen, war für mich mehr eine Pflicht als ein Recht.

Ich habe es für richtig gehalten, mich gegen diese gewissenlose Politik zu erheben, die unsere Welt in den Abgrund treibt.

Ich habe es für richtig gehalten zu kämpfen, damit zumindest etwas auf dieser Welt ein
bisschen menschlicher, würdevoller, gerechter wird.

Ich habe es für richtig gehalten auf die Straße zu gehen, um daran zu erinnern, dass die Bevölkerung eben keine Schafsherde ist und dass sie in Entscheidungsprozesse involviert werden muss.

Die Entscheidung, nach Hamburg zu kommen, war eine parteiische Entscheidung. Es war die Entscheidung, mich auf die Seite von denen zu stellen, die um ihre Rechte kämpfen. Und gegen die, die sie ihnen wegnehmen wollen. Es war die Entscheidung, mich auf die Seite der Unterdrückten zu stellen. Und gegen die Unterdrücker. Es war die Entscheidung, gegen die kleineren und größeren Mächtigen zu kämpfen, die unsere Welt behandeln, als wäre sie ihr Spielzeug. Und denen es dabei egal ist, dass immer die Bevölkerung ihren Kopf dafür hinhalten muss.

Ich habe meine Entscheidung getroffen und habe keine Angst davor, wenn es einen Preis geben wird, den ich ungerechterweise dafür zahlen muss.

Nichtsdestotrotz gibt es noch etwas, das ich Ihnen sagen möchte, ob Sie mir es glauben oder nicht: Gewalt mag ich nicht. Aber ich habe Ideale und ich habe mich entschieden, für sie zu kämpfen.

Ich bin noch nicht fertig.

In einer historischen Zeit, in der überall auf der Welt neue Grenzen entstehen, neue Zäune mit Stacheldraht aufgebaut und von den Alpen bis zum Mittelmeer neue Mauern errichtet werden, finde ich es wundervoll, dass Tausende junger Menschen aus jedem Teil Europas bereit sind, gemeinsam in einer einzigen Stadt für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen. Über jede Grenze hinaus. Mit dem einzigen Ziel, die Welt etwas besser zu machen als wir sie vorgefunden haben.

Denn, Frau Richterin, Frau Schöffin, Herr Schöffe, Frau Staatsanwältin, Herr Jugendgerichtshelfer, wir sind nicht die Schafsherde von zwanzig mächtigen Herrschaften. Wir sind Frauen und Männer, die das Recht haben wollen, über ihr eigenes Leben selbst zu entscheiden.

Dafür kämpfen wir. Und dafür werden wir weiterkämpfen.

Schnapp! Freiheit für alle G20-Gefangenen

6. November 2017 - 18:08
Schnapp! Freiheit für alle G20-Gefangenen

"Ganz egal wie lange ein Baumstamm im Wasser liegt, er wird kein Krokodil werden."
Sprichwort aus Mali

Am 7.11. geht der Prozess gegen den 18-jährigen Italiener Fabio weiter, der seit dem G20-Gipfel in Untersuchungshaft sitzt.

Das Verfahren gegen Fabio zeigt besonders deutlich, dass es bei den G20-Prozessen nicht um Gerechtigkeit, sondern um eine Abschreckungs- und Gesinnungsjustiz geht:

  • Festgenommen wurde Fabio am Morgen des 7. Juli am Rondenbarg, dem Ort wo maßlose Polizeigewalt die meisten schwerverletzten Aktivist_innen verursacht hat und von dem es ein Video gibt, dass die Darstellung der Polizei – wie an so vielen anderen Stellen auch – als ein Gemisch aus Übertreibungen, Lügen und Propaganda entlarvt.
  • Vorgeworfen wird Fabio u.a., für die „bürgerkriegsähnlichen Zustände“ in Hamburg mitverantwortlich zu sein. Zur Erinnerung: Kaputte Scheiben und brennende Autos gab es erst zu dem Zeitpunkt, als Fabio längst in einer Polizeizelle einsaß.
  • Bei einem Haftprüfungstermin bescheinigte das Oberlandesgericht Hamburg dem 18-Jährigen in bestem Nazijargon »schädliche Neigungen« und »erhebliche Anlage- und Erziehungsmängel«. Die entsprechenden Gesetzespassagen stammen übrigens aus dem Jahr 1941...

Seit dem aus Polizei- und Regierungs-Sicht katastrophal verlaufenen G20-Gipfel und den Protesten dagegen versuchen diese durch eine massive Verunglimpfungskampagne gegen den legitimen Protest das Heft des Handelns wieder in die Hand zu bekommen und Stärke zu demonstrieren.


Ein Ergebnis davon sind die absurd hohen Strafen für vermeintliche „G20-Randalierer“. So gilt eine Verurteilung zu sechs Monaten auf Bewährung wegen des Mitführens von Pfefferspray und Böllern fernab von etwaigem Demonstrationsgeschehen bereits als „mildes Urteil“.

Wir wollen der Hamburger Justiz und Politik einen Vorschlag machen, wie sie sich aus der selbstverschuldeten Situation befreien können. Wir erklären einfach ein Aufblaskrokodil zur Hauptverantwortlichen für alles was beim G20-Gipfel aus Sicht von Stadt und Polizei schief gelaufen ist:

  • Hinterhalt in der Schanze? Wir können von tausenden kampfbereiten Aufblaskrokodilen auf den Dächern der Schanze berichten - auf Wärmebildkameras nicht zu erkennen.
  • Krawalltourismus? Sämtliche uns bekannten Aufblaskrokodile kommen aus Fabriken aus Asien.
Wer ernsthaft behauptet, ein 18-Jähriger der früh Morgens festgenommen wurde, sei für die „Bürgerkriegsähnlichen Zustände“ am Abend verantwortlich, dürfte sich auch mit der Version anfreunden können, dass in Wahrheit ein Aufblaskrokodil für alles verantwortlich sei.

Eins der Aufblaskrokodile konnten wir dingfest machen und werden es am 7.11. dem Gericht übergeben, um es seiner gerechten Strafe zuzuführen.

Offenes Antifa-Café - Infos zum AfD Bundesparteitag

5. November 2017 - 14:12
Alle, die Interesse haben, laden wir zum ersten Antifa-Café in Aschaffenburg ein.

Zum Auftakt möchten wir den AfD Bundesparteitag in Hannover am 2. Dezember 2017 zum Thema machen.

Wer sich für antifaschistische Politik interessiert und engagieren möchte, hat es oft nicht leicht Räume und Ansprechpartner*innen zu finden.
Wenn vor Ort schon Leute aktiv sind, finden ihre Treffen meist in geschlossenen Gruppen statt. Anschluss zu finden ist da schwer.

Das offene Antifa-Café soll dem entgegenwirken und ein Raum für alle Menschen sein, welche sich mit dem Thema Antifaschismus auseinandersetzen wollen, Probleme mit Nazis haben oder einfach in einer netten Runde mit Gleichgesinnten quatschen wollen.
In einem gemütlichen Rahmen kann der Treff ein Raum sein für Infoveranstaltungen, Vorträge, Filme, Austausch oder einfach einen Kneipenabend.

Was passiert, entscheiden alle gemeinsam.

Wir treffen uns am Mittwoch, 15.11.2017 um 19 Uhr im Stern, Platanenallee 1, Aschaffenburg.

Das Rote Berlin - Strategien für eine sozialistische Stadt

3. November 2017 - 11:46

Berlin hat Angst. Laut einer Umfrage befürchten 47% der Berliner*nnen, wegen Mietsteigerungen ihre Wohnung zu verlieren. Insbesondere seit der Finanzkrise 2008 ist Berlin zur Beute geworden – aus aller Welt flüchten Kapital und Investor*innen ins „Betongold“. Wurde anfangs noch gegen Hipster und Studierende geschimpft, so haben Viele inzwischen begriffen, dass die Eigentümer*innen das Problem sind: Wohnraum als Ware, die Immobilie als Spekulation sind Quellen unserer Angst. Weil die Wohnungen uns nicht gehören, könnte jemand sie uns wegnehmen. Doch die Eigentumswohnung ist unbezahlbar. Und sie ist nur für wenige ein Gebrauchswert, den sie selber nutzen. Wer könnte auch 100.000 Wohnungen selber bewohnen - so viele besitzt die „Deutsche Wohnen AG“, Berlins größter Vermieter. Für sie und andere sind Wohnungen nur eines: ein Geschäft. Je größer die Wohnungsnot, desto größer der Profit.
Doch wie kommen wir raus aus dieser Misere? Mehr Regulierung? Bauen, Bauen, Bauen? Rekommunalisieren? Vorkaufsrecht – oder gleich enteignen?  Trotz fortgesetzter Proteste hat es seit dem Antritt des Rot-Rot-Grünen Senats keine Strategiedebatte der stadtpolitischen Bewegung Berlins gegeben. Genau dazu wollen wir einladen.

Ausgangspunkt ist, dass es nun zwar öffentlich finanzierten Neubau, aber keinerlei Pläne zur Zurückdrängung der privaten Immobilienspekulation gibt. Die Mieten werden weiter steigen, auch wenn sich das Angebot erweitert. Als Interventionistische Linke wollen wir daher mit Euch über einen radikalen Vorschlag diskutieren: die Abschaffung des privaten Wohnungsmarktes. Dafür haben wir  die strategischen Überlegungen der stadtpolitischen Bewegungen zusammengetragen. Eine Reihe von Reformen, die Wohnraum Schritt für Schritt aus privater in öffentliche Hand bringen und demokratisieren sollen. Das ganze soll im Januar 2018 als Broschüre erscheinen – aber vorher wollen wir es in vier Veranstaltungen gemeinsam diskutieren, drehen, wenden, hinterfragen.
Wir schlagen einen Dreischritt vor: Den privaten Wohnungsmarkt zurückdrängen durch Steuern, Regulierung, Marktbehinderung. Dadurch wird Spekulation unattraktiv, die Preise sinken. Dies erlaubt es, im zweiten Schritt Wohnraum als Gemeingut auszubauen: Rekommunalisierung, Aufkauf, Enteignung. Drittens muss parallel dazu die Verwaltung der bereits landeseigenen Wohnungen radikal demokratisiert werden. Ziel sind nicht 30% öffentlicher Wohnungsmarkt neben „den Privaten“, sondern die Abschaffung des Privaten Wohnungsmarktes durch Überführung aller nicht selbst genutzten Wohnungen in Gemeingut. Wir wollen die Vergesellschaftung des Wohnungsmarktes, begriffen als Einheit von öffentlichem Eigentum und demokratischer Selbstverwaltung.

29.11.2017
Sand im Getriebe: Den privaten Wohnungsmarkt regulieren oder überwinden?
mit: Andrej Holm (Stadtsoziologe, Berlin), Lisa Vollmer (Stadt von Unten / Bauhaus-Universität Weimar), IL Berlin

20.12.2017
Wohnraum vor der Profitlogik retten - Rekommunalisierung, Enteignung, Vergesellschaftung
mit: Florian Schmidt (Baustadtrat Friedrichshain-Kreuzberg), Mietenwahnsinn-Stoppen Hamburg (angefragt), Rouzbeh Taheri (Wohnraumversorgung Berlin, angefragt),  IL Berlin

10.01.2018
Darf ich auch mal was sagen? Demokratisierung und Neue Gemeinnützigkeit
mit: Sabine Horlitz (Stadtsoziologin), Mieterrat Neues Kreuzberger Zentrum (angefragt), IL Berlin

24.01.2018
Das Rote Berlin - Strategien gegen die Marktwirtschaft
mit: Kotti & Co, Friedel 54 (angefragt), IL Berlin

Danach Releaseparty zur Broschüre "Das Rote Berlin"

Jeweils um 19.30 Uhr im „Aquarium“, Skalitzer Straße 6, am U-Bhf Kottbusser Tor.

Kein Fußbreit dem Faschismus!

2. November 2017 - 13:52

 

Am 4 November ruft die kurdische Freiheitsbewegung in Europa dazu auf, gegen die reaktionäre Entwicklung zu demonstrieren, sich gegen die Kriminalisierung der kurdischen und demokratischen Organisationen in der Türkei und in Europa zu wenden und sich für das Leben und die Freiheit Abdullah Öcalans sowie aller politischen Gefangenen einzusetzen.
Am 8. Juli haben wir in Hamburg gemeinsam gegen die G20 und für ein Leben in Freiheit und Solidarität demonstriert.
Lasst uns dies am 04. November in Düsseldorf fortsetzen.

Lest unseren Aufruf

Aufruf an alle, die mit uns in Hamburg waren

2. November 2017 - 13:41
Kommt zur Demo der kurdischen Bewegung in Düsseldorf

Aufruf an alle, die mit uns in Hamburg waren

Erinnert sich noch jemand daran? Vor nicht einmal drei Monaten trafen sich die 20 selbsternannten Mächtigsten dieser Welt in Hamburg.
Nichts, aber auch gar nichts ist von diesem Treffen übriggeblieben. Noch nicht einmal der Schein wurde erweckt, man suche gemeinsam nach Lösungen für die dringendsten Fragen und Probleme dieser Welt.
Selbst der große Streit zwischen den Protagonisten reaktionär-nationalistischer Politik von Trump, Putin und Erdogan auf der einen Seite, und den neoliberalen Vertreter*innen von Merkel über Macron bis Trudeau, fiel aus.
Was uns nicht dazu verführen sollte uns beruhigt zurückzulehnen.
Denn innergesellschaftlich treibt der reaktionär – nationalistische Block, den Block der alten neoliberalen Kräfte vor sich her. Sie bestimmen momentan die politische Agenda, sie legen bei den Wahlen zu.
Zugleich zeigt gerade das Verhältnis zwischen der Türkei und der BRD die gegenseitige Abhängigkeit. Nicht zuletzt die reale wie beispielhafte Rolle, die die Türkei für die Abschottung Europas vor den Flüchtenden spielt lassen die BRD und die EU bei allen Widersprüchen zur Politik der Türkei, die Nähe zur selben suchen.
Die Türkei wiederum braucht Kapital wie Waffen aus den europäischen Metropolen, damit die Ökonomie wie der Krieg läuft, wie geschmiert.
Allemal einig sind sie sich dabei in einem: Der Bekämpfung der kurdischen Bewegung.

G20 Die Zweite

Die Tage von Hamburg waren eines definitiv nicht. Das von Olaf Arschloch Scholz angekündigte „Fest der Demokratie“.
Der Sound dieser Tage waren 24 Stunden das Knattern der Polizeihubschrauber.
Mehr als dreizigtausend Polizistinnen und Spezialkräfte, das Verbot der Camps, die Verwandlung großer Teile der Stadt in eine Demoverbotszone, die stumpfe Brutalität, mit der in vielen Fällen versucht wurde dies auch durchzusetzen, bis hin zu den aktuellen politisch motivierten Prozessen gegen G20 Gegnerinnen, lassen uns ahnen, was es heißt: Ausnahmezustand.
Weit davon entfernt der Situation in der Türkei, mit Zerstörung ganzer kurdischer Städte, der Ermordung hunderter, der Inhaftierung zigtausender, des Verbotes hunderter Vereine, Zeitungen, der Kriminalisierung von Menschrechtsaktivistinnen, Rechtsanwältinnen und Journalstinnen, auch nur nahe zu kommen, haben uns die Tage von Hamburg doch gezeigt, wie schnell die liberale Fassade auch hier bröckelt.
Für die kurdischen und türkischen Genossinnen ist sie schon längst zerbrochen. 25 Jahre Verbot der PKK, massenhafte Prozesse gegen türkische wie kurdische Linke, mehr als 20 Genoss*innen in deutschen Knästen sind für sie die Markierungen des „deutschen Rechtsstaates“.

G20 Die Dritte

Die Tage von Hamburg haben aber auch gezeigt, dass sich viele diesem Ausnahmezustand widersetzt haben.
Von der Durchsetzung der Camps,über die Pulverisierung der Demoverbotszone, bis hin zur Durchsetzung von Blockaden.
Ein Moment dieses Widersetzens war, dass am 8. Juli der gemeinsame Doppelblock der kurdischen Bewegung und der radikalen Linken mit tausenden Fähnchen der YPG/YPJ und dem riesigen Dachtransparent des Symbols der PKK, die Repression des deutschen Staates gegen die kurdische Bewegung durchbrochen hat.
Was nicht gezeigt werden darf, was nicht öffentlich sein soll, war da, war präsent und war lebendig.

Das Leben und die Freiheit Abdullah Öcalans

Die besondere Bedeutung, die die Person Abdullah Öcalans für die kurdische Bewegung hat, befremdet viele in der radikalen Linken. Vielleicht hilft es für ein Verständnis, wenn wir die symbolische Bedeutung seiner Person sehen, die für die Kontinuität des kurdischen Kampfes, wie für seine Fähigkeit zur Veränderung steht.
Und vielleicht beschämt es uns auch, wenn wir sehen, wie halbherzig und kurzatmig oft die Solidarität mit „unseren“ Gefangenen aussieht.

Der 4. November

Am 4 November ruft die kurdische Freiheitsbewegung in Europa dazu auf, gegen die reaktionäre Entwicklung zu demonstrieren, sich gegen die Kriminalisierung der kurdischen und demokratischen Organisationen in der Türkei und in Europa zu wenden und sich für das Leben und die Freiheit Abdullah Öcalans sowie aller politischen Gefangenen einzusetzen.
Am 8. Juli haben wir in Hamburg gemeinsam gegen die G20 und für ein Leben in Freiheit und Solidarität demonstriert.
Lasst uns dies am 04. November in Düsseldorf fortsetzen.

Stoppen wir den Waffenhandel in die Türkei
Weg mit dem Verbot der PKK
Weg mit den Verboten kurdischer Fahnen und Symbole
Freiheit für die kurdischen und türkischen Gefangenen in der BRD
Freiheit für die verfolgten Revolutionärinnen und Demokratinnen in der Türkei
Freiheit für Abdullah Öcalan

Hoch die Internationale Solidarität

Join the red finger
4. November 10:00h
Friedrich-Ebert Str. vor dem DGB Haus

Infopunkt: Friedrich Ebert Str., Ecke Karlstr.

Interventionistische Linke

Sommerfest 2017

1. November 2017 - 20:43
Rückblick auf das diesjährige Festwochenende im Sozialen Zentrum Norderstedt Das Soziale Zentrum Norderstedt (Link) ist ein selbstverwaltetes und selbstfinanziertes Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum für linke Politik und Kultur. Es bietet verschiedensten Gruppen, Projekten und Einzelpersonen Raum und Möglichkeiten ihre Ideen umzusetzen.
Die IL Norderstedt beteiligte sich auch dieses Jahr wieder an der Vorbereitung und Organisation des jährlichen Sommerfestes. Das Fest fand wie bereits im letzten Jahr am letzten Augustwochenende statt. An zwei Tagen gab es hier drinnen und draußen Live-Musik, Infostände, Kicker, Cocktails, Textildruck, VoKü, Party und mehr. In begrenztem Umfang konnte auf dem Gelände auch gezeltet werden.
Neben dem SZ und der IL waren in diesem Jahr auch die Rote Hilfe Hamburg (Link), der Ortsverband Norderstedt der Partei Die Linke (Link), die Libertäre Antispe Bergedorf (Link) und das Animal Liberation Network (Link) mit Infoständen vertreten.

Auch wenn die Besucher_innenzahlen in diesem Jahr hinter den Erwartungen vieler zurück blieben, war es ein schönes Wochenende in gewohnt angenehmer und solidarischer Atmosphäre.

G20 – Das war der Gipfel

1. November 2017 - 20:34
Rückblick auf die Inszenierung der Macht und die Proteste dagegen

Der G20-Gipfel im Juli in Hamburg war eines der wichtigsten politischen Großereignisse dieses Jahres. Viele von uns, die auf der Straße waren, haben sowohl beängstigende als auch großartige Erfahrungen gemacht. Wir haben den Ausnahmezustand erlebt, massive Grundrechtseingriffe und den größten Polizeieinsatz der Hamburger Geschichte. Und wir haben eine große Vielfalt an Protest- und Widerstandsaktionen erlebt, in denen sich Mut und Ungehorsam gezeigt haben, die Hoffnung geben können für die Auseinandersetzungen, die noch vor uns liegen.

Für uns wichtige Auswertungen des Ganzen waren der erste Rückblick der Kampagne Block G20 (Link) und das Auswertungspapier unserer Organisation, der Interventionistischen Linken (Link).

Eine wertvolle Zusammenführung von Erfahrungsberichten und politischen Einschätzungen auf breiterer Ebene fand Mitte September auf einer gemeinsamen Veranstaltung in Hamburg statt (Link).

Die Vielzahl an Beispielen von Polizeigewalt und Grundrechtsverletzungen werden weiter dokumentiert und gesammelt, um eine Skandalisierung und politische Aufarbeitung zu ermöglichen (Link).

Noch immer sitzen Menschen im Knast, die im Zusammenhang mit dem Gipfel eingesperrt worden sind. Die Solidaritätsaktionen und die Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit den laufenden Verfahren laufen im Rahmen der Kampagne „United we stand“. Die jeweils aktuellen Termine und Erklärungen sind auf der Kampagnen-Seite zu finden (Link).

Don't dig, dance! - Party gegen die Tristesse der Repression

30. Oktober 2017 - 12:38

Mondlandschaft, riesige Krater und Jeeps mit Securitys – Nein, das ist nicht der neue Mad Max Film, sondern Realität im rheinischen Braunkohlerevier. Jedes Jahr stellen sich dem Klimaaktivist*innen entgegen, doch nun haben einige hohe Repressionskosten und brauchen Unterstützung. Deshalb feiern wir eine Party und verwandeln das AJZ in unsere eigene Mondlandschaft, mit Strobo, shiny Floor und Geröll oder so ähnlich.

Mit:

DJ*ane Mopsi
Express2000 https://soundcloud.com/express2000
Gwen Wayne [Moloch/Alles Allen] https://soundcloud.com/madame-gwentin

Kohle gegen Kohle! Party im ajz Bielefeld, Sa 04.11.2017, 22h
veranstaltet von Interventionistische Linke Bielefeld

Wir feiern 'ne Party zur Unterstützung der von Repression betroffenen Aktivist*innen, die sich in den letzten Jahren im Rahmen von Ende Gelände an den Protesten gegen den Braunkohleabbau im Rheinland beteiligt haben. RWE fordert seitdem Unterlassungserklärungen ein und versucht mit Zivilklagen den Protest zu unterbinden. Dies kann Gerichtskosten für die Betroffenen von bis zu 10.000€ bedeuten.

Don't dig! Tanz für ein Klima der Gerechtigkeit!
System change not climate change!

Ende Gelände to profit, exploitation and climate change!

30. Oktober 2017 - 10:58
350.org / Paul Lovis WagnerCC BY-NC

Interventionist Left is calling for participation in the action days of Ende Gelände! from 3rd -5th .11. in Rhineland

In April 2015, the concentration of carbon dioxide in the earth’s atmosphere has reached the highest level since about a million years. The “turning points” in the climatic system, during which climate change enters a phase in which it grows in strength and speed, are approaching. However, political consequences are not in sight. Governments and corporations, driven by profit and growth-oriented constraints spend more time talking than acting. They dream of a green capitalism and keep strengthening the wheels of profit for as long as they can further benefit the “will of the market”. We refuse to become bystanders as annual climate conferences only lead to vague compromises resulting in zero obligations. We know that the fight against climate change can only be won with the immediate dismissal of coal substances. We have therefore decided to take the fight against the use of lignite into our own hands. Thousands will gather in August and November to enter the Rhenish coal reservoir to block trains, power stations and diggers. Our message is clear: System change, not climate change! We will arrive to confront the social question of the 21st century, which can only be a global social-ecological one.

The social question of the 21st century

The ecological crisis is not only impending, it has long arrived. Most of all it cannot be seen as a mere accident or an unfortunate side effect of an otherwise well-functioning system. The ecological crisis is a direct result of the capitalist “more and faster”-logic. Former colonies are still subject to exploitation; however, the final limitations of the growth machinery are found in the limitations of our planet. As the catastrophe proceeds, it starts to threaten the entire planet. Capital is not interested in the well-being of the workers or of the environment. Given that it can only face the ecological crises with the familiar logic of expansion –be that through the means of war, the development of new technology or the economic exploitation of territory currently unmarred by capitalism.

We are now facing a situation where about half of the known animals and plants have already been subject to extinction as a result of industrial agriculture, the destruction of forests and the ever-growing pollution of water, air and ground. Sustainable ground and fresh water are becoming rare goods in most of the earths regions. Hundreds of millions of people, who are dependent on subsistence farming, have become victims of climate change, cheap imports or forced expulsions as entire districts are disrupted to make space for gigantic coal mining projects. The impacts of climate change and of ecological destruction are forced upon those who have already suffered the greatest from capitalist expansion. A large part of the population must live under desolate ecological conditions, amongst other things while their ecological systems are being corrupted to fit the needs of the life style of the global north. A result of this system of transformation from living, life-sustaining nature to dead, amassed capital is a global environment proletariat.

Our solidarity is therefore extended to every movement, which fights against the destruction of our nature and the exploitation of fossil resources, such as the indigenous groups of North America who are waging their battle against the Keystone XL pipeline. Ende Gelände! wants to set a strong sign for climate justice – in the heart of the capitalist growth regime, against climate change and its benefactors and against the current status quo.

Omnia sunt communia! Everything for everyone!

Even if the outlook is grim and the looting of the grounds of our livelihood appears to be unpreventable, we are strongly determined to fight for the sheer impossible: for a revolutionary rupture and a society based on solidarity. Facing the 500th anniversary of the day of the farmers’ insurrection, Thomas Müntzer’s motto is as timely as ever: Omnia sunt communia. Everybody is the same. Everything belongs to everyone. Everyone shares the same responsibilities. The earth is a common good and must be treated as such. But for this to happen we must strip the capital and the capitalists* of their power. It is in this spirit that we want an ecological, feminist and global communism. We want freedom, equality, and solidarity instead of authoritarian hierarchy and competition. We want an economy, which serves people’s real needs, rather than providing profit incentives and promoting consumerism - an economy that respects our planet’s limits and maintains our livelihoods. We want climate justice and a better world for all.

Our demand for climate justice is legitimate but it is being increasingly criminalised. We are witnessing the tightening of laws aimed at intimidating us and deterring us from taking this struggle to the streets. Criminal charges and injunctions are supposed to force us to abandon our fight to protect the climate and the biosphere. We shake our heads at the oppression exercised by the very same people who use their power to destroy the planet.

System change not climate change!

A coal blockade alone is not yet a political programme. Ending coal is not yet a revolution. The society that we dream of will be fought for on many fronts. Be it the socialisation of energy firms, free local transport, or worldwide agrarian reforms to empower small farmers. Be it the self-determined use of land, a huge reduction in working hours as well as income equality, and care for those who need extra support. Be it the democratic shaping of a just transition in the affected lignite coal regions, together with workers, not against them. These disruptions will individually not bring about revolution, but they are steps on the long way to a radical transformation, to allow for a decent life for all. Social and ecological questions belong together, and cannot be answered without addressing power relations.

In this way, Ende Gelände! represents to us an important next step. It is also thanks to the success of Ende Gelände! that the words: “no future with coal!” have become widespread. The lignite coal industry is feeling the tide of public opinion go against them. Their stock market prices continue to crash and their revenues are drastically falling. It is getting increasingly lonely on their sinking ship of lobbying crew, as the burning of coal is regarded by ever more people as an unacceptable mistake. Importing coal from other regions of the world, under even worse conditions, is not a solution. With Ende Gelände!, we are intervening in this social bargaining process – together, determined and with a clear sign of global solidarity.

Ende Gelände! is part of a transnational movement for climate justice, and an important focal point for the coming together of the European climate movement. The success of last year, where 4,000 activists blocked the Lusatian coal mine, was a milestone in the young history of our movement. Let’s build on this success in 2017! Come together with us in the Rhineland lignite coal region from 24th to 29th August, and 3rd to 5th November during the UN climate conference, under the slogan “We will create a just climate!”. We want the system change in order to stop climate change!

Liberté pour tou-te-s! Solidarität mit den G20-Gefangenen!

27. Oktober 2017 - 14:13

Am Freitag, dem 3.11.2017, findet der zweite Prozesstag des Verfahrens gegen einen französischen Genossen statt, der seit dem G20-Gipfel in Untersuchungshaft sitzt. Gemeinsam mit der Kampagne #UnitedWeStand rufen wir zu einer Kundgebung vor dem Amtsgericht Hamburg-Mitte auf. Wir wollen unsere Solidarität mit dem G20-Gefangenen zeigen und ihm zurufen: Danke, dass du nach Hamburg gekommen bist, um mit uns gemeinsam gegen den Wahnsinn der Welt aufzustehen! Daran gibt es nichts zu bereuen. Sie haben dich eingesperrt und angeklagt, aber sie meinen uns alle!

Kommt am Freitag, 3.11.2017 um 8.30 Uhr zur Kundgebung vor dem Amtsgericht Hamburg-Mitte, Sievekingplatz 3. Solidarité avec les prisonniers du G20 ! Liberté pour tou-te-s !

Aufruf aus Paris für die Kundgebung: https://paris-luttes.info/le-3-novembre-a-8h30-proces-du-8914?lang=fr

Knastdemo: Freiheit für alle G20-Gefangenen!

26. Oktober 2017 - 16:37
united we stand – free all G20 prisoners, now!

Zieh mit uns zur JVA Billwerder. Wir besuchen unsere Freund*innen, die die Stadt Hamburg seit dem G20 Gipfel hinter hohen Mauern gefangen hält. Vor dem Knast gibt es Kaffee, Kuchen, Grüsse, Reden und Wunschtitel mit dem Free-Them-All-Sound-Systhem. Übermittelt uns die Musik-Wünsche der Inhaftierten, wenn ihr euch mit ihnen, schreibt, sie besuchen geht oder ihre Lieblings-Songs kennt. Bringt doch Kuchen und Kekse mit bitte.

Sonntag, 07.11., 14:00-17:00 Uhr
S-Bahn Billwerder-Moorfleet

Freiheit für Fabio und alle anderen G20-Gefangenen!

26. Oktober 2017 - 16:17
Am 7.11.2017 geht der Prozess gegen unseren italienischen Genossen Fabio weiter, der seit dem G20-Gipfel in Untersuchungshaft sitzt. Gemeinsam mit der Kampagne #UnitedWeStand rufen wir am 7.11. zu einer Kundgebung vor dem Amtsgericht Hamburg-Altona auf. Wir wollen unsere Solidarität mit Fabio zeigen und ihm zurufen: Danke, dass du nach Hamburg gekommen bist, um mit uns gemeinsam gegen den Wahnsinn der Welt aufzustehen! Daran gibt es nichts zu bereuen. Sie haben dich eingesperrt und angeklagt, aber sie meinen uns alle!

Das Verfahren gegen Fabio zeigt besonders deutlich, dass es bei den G20-Prozessen nicht um Gerechtigkeit, sondern um eine Abschreckungs- und Gesinnungsjustiz geht. Ein am ersten Prozesstag gestellter Befangenheitsantrag gegen Fabios Richterin, der mit der nur oberflächlich geführten Haftprüfung begründet war, ist schnell abgelehnt worden. Bei diesem Haftprüfungstermin bescheinigte das Oberlandesgericht Hamburg dem 18-Jährigen in bestem Nazijargon »schädliche Neigungen« und »erhebliche Anlage- und Erziehungsmängel«. Festgenommen wurde Fabio am Morgen des 7. Juli am Rondenbarg, dem Ort wo maßlose Polizeigewalt die meisten schwerverletzten Aktivist_innen verursacht hat und von dem es ein Video gibt, dass die Darstellung der Polizei – wie an so vielen anderen Stellen auch – als ein Gemisch aus Übertreibungen, Lügen und Propaganda entlarvt.

Kommt am Dienstag, 7.11. um 8.30 Uhr zum Amtsgericht Hamburg-Altona, Max-Brauer-Allee 91 und fordert mit uns gemeinsam den Freispruch und die sofortige Freilassung von Fabio und allen anderen G20-Gefangenen. Denn wir haben alle #schaedlicheNeigungen: Wir leisten Widerstand gegen die Welt der G20, gegen eine Welt der Ausbeutung, der Kriege, der Klimakatastrophe und der rassistischen Abschottung!

Die Kampagne United we stand organisiert seit Juli monatliche Demonstrationen zur JVA Billwerder, wo die meisten G20-Gefangen inhaftiert sind. Kommt am Sonntag, 5.11. um 14 Uhr zur S-Bahnstation Billwerder/Moorfleet und von da mit zum Knast!

In den kommenden Tagen finden viele weitere Prozesse gegen G20-Gefangene statt, bei denen Solidarität gefragt ist (z.B. Freitag 3.11. um 8.30 Uhr, Amtsgericht Hamburg-Mitte, Sievekingplatz 3). Aktuelle Prozesstermine und Informationen zur Antirepressionskampagne gibt es hier:
https://unitedwestand.blackblogs.org

#FreeFabio #UnitedWeStand

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