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Sammlung von Newsfeeds

Rambazamba in JWD

[iL*]-Debattenblog - 17. Oktober 2019 - 9:31

Der Krieg des türkischen Staates gegen die Revolution in Rojava wird auch in den Produktionsstätten von Rheinmetall in Unterlüß gemacht. Die AG Krieg und Frieden der IL-Berlin hat eine Auswertung zum "Rheinmetall entwaffnen"-Camp geschrieben.

Das Rheinmetall-Entwaffnen-Camp fand Anfang September 2019 bereits im zweiten Jahr statt. Mehr als 300 Menschen beteiligten sich an der Blockade des Produktionsstandorts in Unterlüß. Damit war die Beteiligung an Camp und Aktion mehr als doppelt so groß wie im vorangegangenen Jahr

Um 5 Uhr morgens geht‘s los. Die Blockade-Aktion startet. Runter vom Camp-Gelände und keine 300 Meter die Dorfstraße hinauf, da geht es auch schon ins Unterholz. Um 5:20 Uhr haben wir bereits drei zentrale Blockadepunkte besetzt und warten auf den Schichtwechsel der Rheinmetall-Belegschaft. Aber alles der Reihe nach.

In einem kleinen Dorf

Unterlüß ist ein kleines Dorf zwischen Celle und Uelzen in Niedersachsen. Dort leben 3.500 Menschen. In der Gegend gibt es viele Dörfer, die so oder so ähnlich wie Unterlüß sind. Es gibt nicht viel außer Wälder und Heidelandschaften. Eine strukturschwache Region, wie häufig gesagt wird. Aber Unterlüß ist andererseits auch etwas Besonderes, denn dort hat der größte deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall zwei Produktionsstandorte und beschäftigt etwa 1.800 Menschen. Natürlich kommen nicht alle Rheinmetall-Beschäftigten aus dem Dorf. Es gibt auch PKW mit Hannoveraner Nummernschildern, die das Werk bei Schichtwechsel verlassen oder dorthin fahren. Trotzdem ist damit schon viel über das Dorf und die Region gesagt: Ein Großteil der Anwohner*innen ist ökonomisch abhängig von der Rüstungsproduktion. Deswegen wird Unterlüß auch nie ein Widerstandsnest werden, wie es so viele Dörfer im Wendland waren und noch sind, deren Bevölkerung selbst Teil der Anti-Atom-Bewegung ist und deren Türen öffnen stehen, wenn Aktivist*innen von außerhalb kommen, um ihren Kampf zu unterstützen. Im Wendland ging es um etwas, das kein Mensch dort haben wollte: Ein Atommülllager. In Unterlüß bietet Rheinmetall mit Abstand die meisten Arbeitsplätze in der Region an. Ein Großteil der Bevölkerung ist gegen uns. Wir sind in ihren Augen die Unruhestifter*innen. Wir gefährden den Dorffrieden. Und deshalb gibt es auch eine Petition der Dorf-Wutbürger*innen gegen uns.

Dennoch gibt es dort natürlich auch Verbündete; Leute, die wissen und die wissen wollen, wohin Rheinmetall seine Waffen exportiert und die durchschauen, dass Konzern und Politik zwar ständig von „Sicherheit“ und Schutz reden, dass aber durch Aufrüstung und Waffenexporte keine Sicherheit geschaffen wird, sondern deren Gegenteil. Einer von ihnen brachte uns selbstgebackenen Kuchen auf das Camp, eine andere erzählte uns am Supermarkt: „Es ist gut, dass ihr hier seid“. Am ersten Tag des Rheinmetall-Entwaffnen-Camps, am 1. September, gab es das Angebot an die Anwohner*innen auf dem Camp-Gelände zu einem Anti-Kriegscafé zu kommen und mit den Camp-Menschen in Kontakt zu treten. Es kamen nicht viele. Es braucht offensichtlich andere Angebote, um die kritischen Anwohner*innen zu erreichen und zu ermöglichen, dass auch sie ihre Meinung öffentlich und solidarisch äußern können.

Im Rahmen des Camps fand eine Vielzahl von Aktionen statt. Zur Mitte der Woche sind fast 100 Menschen in das etwa 15 Kilometer entfernte Dorf Hermannsburg gefahren, um vor dem Haus des Rheinmetall-Bosses Armin Papperger...

Gegen den türkischen Angriffskrieg in Nord-Syrien – Solidarität mit Rojava

[iL*] - 16. Oktober 2019 - 23:16
Aufruf zu Anti-Kriegs-Demonstrationen am 19. Oktober 2019 Rojava verteidigen bedeutet auch, die Welt von morgen zu retten. Erdogans Angriff ist ein Angriff auf uns alle.

Wir fordern:

• Stopp des Angriffskriegs der Türkei in Nordsyrien.

• Stopp der deutschen Waffenlieferungen an die Türkei.

• Stopp der wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit mit der Türkei

• Eine friedliche Lösung des Krieges in Syrien mit Beteiligung der kurdischen Akteure und Autonomie Nord-Syriens.

In Nord-Syrien, besser bekannt als Rojava, ist in den letzten Jahren ein einzigartiges multiethnisches und multireligiöses demokratisches Projekt herangewachsen. Es gewährleistet das friedliche Zusammenleben von Millionen Kurd*innen, Araber*innen und Christ*innen. Umgeben von Ländern die die Frau unterdrücken wurde in Rojava eine Gesellschaft entwickelt, die die Gleichberechtigung von Mann und Frau umsetzt. Seit 2012 wurden hier wieder vom Krieg zerstörte Städte und Dörfer wiederaufgebaut, die Zivilgesellschaft konnte sich trotz Krieg in Syrien neu entwickeln. Die Demokratische Föderation Nordostsyriens (Rojava) steht beispielhaft für die Vision eines friedlichen und demokratischen Mittleren Ostens. Das soll jetzt zerstört werden.

Die Ankündigung der USA unter Trump die US-Armee zurückzuziehen ermöglichte erst den Angriff der Türkei. Die türkische Armee begeht Kriegsverbrechen in dem sie aktuell zivile Infrastruktur bombardiert, wie Krankenhäuser, die Wasserversorgung, die Stromzufuhr sowie gezielt Zivilist*innen angreift. Mit diesem Krieg droht der IS erneut zu einer Gefahr zu werden – nicht nur für Rojava, auch für Europa. Es waren die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und die lokalen Selbstverteidigungskräfte (YPG und YPJ) aus Rojava, die den IS und seinen Kalifatstaat besiegten. 11.000 von ihnen ließen dabei ihr Leben.Erdogan und seinem gleichgeschalteten Staat geht es nicht um die Sicherung der Grenzen, sondern um die Vertreibung der Kurd*innen und der anderen Völker aus der Grenzregion und die Zerstörung der selbstverwalteten Region Rojava. Die geplante Einrichtung einer sogenannten „Schutzzone“ bedeutet eine ethnische Säuberung und Umsiedlungspolitik des Gebietes. Was das bedeutet sieht man im nordsyrischen Afrin, dass von der türkischen Armee letztes Jahr erobert wurde und in dem nun Willkür und Terror herrscht. Die völkerrechtswidrige Invasion und Besetzung weiterer kurdischer Gebiete in Syrien schaffen neue Flüchtlingsströme.

Mit der Drohung die Grenzen nach Europa für Flüchtlinge zu öffnen will Erdogan die Zustimmung der EU-Staaten zu diesem Krieg zu erzwingen. Es muss Aufgabe der EU und insbesondere Deutschlands sein, sich klar gegen den Krieg und jede weitere Eskalation zu stellen. Das weitgehende Stillschweigen der Regierungen der EU bedeutet Zustimmung zu diesem Krieg der Türkei. Wirtschaftliche Interessen und die mit dem Flüchtlingsabkommen geschaffene Abschottung gegen Geflüchtete sind ihnen wichtiger ihnen als Menschenrechte, Demokratie und Frieden.

Wir bekunden unsere Solidarität mit Rojava und fordern das sofortige Ende des Krieges durch die Türkei sowie den Rückzug der türkischen Armee. Es geht um die Erhaltung von Gleichberechtigung, friedlichem Zusammenleben und Weiterentwicklung von Ökologie und Demokratie in der Region. Das geht uns alle an. Verteidigen wir die Werte Rojavas, lassen wir die dortigen Menschen nicht allein, es geht auch um unsere Zukunft.

Termine der Anti-Kriegs-Demonstrationen am Samstag, den 19. Oktober:

Köln – Auftaktkundgebung um 11:00 Uhr am Ebertplatz und Chlodwigplatz / Demonstrationsbeginn um 12:30 Uhr / Abschlusskundgebung um 15:00 Uhr – Ort wird noch bekannt gegeben

Hamburg – S-Bahn Haltestelle Sternschanze um 15:00 Uhr

Frankfurt – Hauptbahnhof/Kaisersack um 16:00 Uhr

Berlin – (voraussichtlich) Potsdamer Platz (Historische Ampelanlage) um 13:00 Uhr

Magdeburg – Hauptbahnhof um 17:00 Uhr

Nürnberg – (voraussichtlich) Aufseßplatz um 15:00 Uhr

Stuttgart – Lautenschlager Platz um 15:00 Uhr

Saarbrücken – Europa-Galerie um 14:30 Uhr

Freiburg – Platz der Alten Synagoge um 17:00 Uhr

Hannover – Hauptbahnhof um 14:00 Uhr

Leipzig – Eisenbahnstraße/Aldi um 16:00 Uhr

Am Sonntag, den 20. Oktober:

Dresden – Bahnhof Dresden Neustadt (Rojava-Block für die internationale Solidarität auf der NoPEGIDA-Demo) um 11:55 Uhr

Aufruf: Gegen den türkischen Angriffskrieg in Nord-Syrien – Solidarität mit Rojava

[iL*] - 16. Oktober 2019 - 23:04
Gegen den türkischen Angriffskrieg in Nord-Syrien – Solidarität mit Rojava

Aufruf zu Demonstrationen am Samstag, den 19. Oktober 2019

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Rojava verteidigen bedeutet auch, die Welt von morgen zu retten. Erdogans Angriff ist ein Angriff auf uns alle.

Wir fordern:

• Stopp des Angriffskriegs der Türkei in Nordsyrien.

• Stopp der deutschen Waffenlieferungen an die Türkei.

• Stopp der wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit mit der Türkei

• Eine friedliche Lösung des Krieges in Syrien mit Beteiligung der kurdischen Akteure und Autonomie Nord-Syriens.

In Nord-Syrien, besser bekannt als Rojava, ist in den letzten Jahren ein einzigartiges multiethnisches und multireligiöses demokratisches Projekt herangewachsen. Es gewährleistet das friedliche Zusammenleben von Millionen Kurd*innen, Araber*innen und Christ*innen. Umgeben von Ländern die die Frau unterdrücken wurde in Rojava eine Gesellschaft entwickelt, die die Gleichberechtigung von Mann und Frau umsetzt. Seit 2012 wurden hier wieder vom Krieg zerstörte Städte und Dörfer wiederaufgebaut, die Zivilgesellschaft konnte sich trotz Krieg in Syrien neu entwickeln.

Die Demokratische Föderation Nordostsyriens (Rojava) steht beispielhaft für die Vision eines friedlichen und demokratischen Mittleren Ostens. Das soll jetzt zerstört werden.

Die Ankündigung der USA unter Trump die US-Armee zurückzuziehen ermöglichte erst den Angriff der Türkei. Die türkische Armee begeht Kriegsverbrechen in dem sie aktuell zivile Infrastruktur bombardiert, wie Krankenhäuser, die Wasserversorgung, die Stromzufuhr sowie gezielt Zivilist*innen angreift. Mit diesem Krieg droht der IS erneut zu einer Gefahr zu werden – nicht nur für Rojava, auch für Europa. Es waren die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und die lokalen Selbstverteidigungskräfte (YPG und YPJ) aus Rojava, die den IS und seinen Kalifatstaat besiegten. 11.000 von ihnen ließen dabei ihr Leben.

Erdogan und seinem gleichgeschalteten Staat geht es nicht um die Sicherung der Grenzen, sondern um die Vertreibung der Kurd*innen und der anderen Völker aus der Grenzregion und die Zerstörung der selbstverwalteten Region Rojava. Die geplante Einrichtung einer sogenannten „Schutzzone“ bedeutet eine ethnische Säuberung und Umsiedlungspolitik des Gebietes. Was das bedeutet sieht man im nordsyrischen Afrin, dass von der türkischen Armee letztes Jahr erobert wurde und in dem nun Willkür und Terror herrscht. Die völkerrechtswidrige Invasion und Besetzung weiterer kurdischer Gebiete in Syrien schaffen neue Flüchtlingsströme.

Mit der Drohung die Grenzen nach Europa für Flüchtlinge zu öffnen will Erdogan die Zustimmung der EU-Staaten zu diesem Krieg zu erzwingen. Es muss Aufgabe der EU und insbesondere Deutschlands sein, sich klar gegen den Krieg und jede weitere Eskalation zu stellen. Das weitgehende Stillschweigen der Regierungen der EU bedeutet Zustimmung zu diesem Krieg der Türkei. Wirtschaftliche Interessen und die mit dem Flüchtlingsabkommen geschaffene Abschottung gegen Geflüchtete sind ihnen wichtiger ihnen als Menschenrechte, Demokratie und Frieden.

Wir bekunden unsere Solidarität mit Rojava und fordern das sofortige Ende des Krieges durch die Türkei sowie den Rückzug der türkischen Armee. Es geht um die Erhaltung von Gleichberechtigung, friedlichem Zusammenleben und Weiterentwicklung von Ökologie und Demokratie in der Region. Das geht uns alle an. Verteidigen wir die Werte Rojavas, lassen wir die dortigen Menschen nicht allein, es geht auch um unsere Zukunft.

Am 19. Oktober findet in Köln eine überregionale Demonstration mit anschließender Kundgebung unter dem dem Motto „Gegen den türkischen Angriffskrieg in Nordsyrien – Solidarität mit Rojava“ statt. Es wird zwei Demonstrationszüge geben, die sich jeweils um 11:00 Uhr am Ebertplatz und dem Chlodwigplatz sammeln. Nach den Auftaktkundgebungen an diesen beiden Sammelplätzen beginnen die Demonstrationen um 12:30 Uhr. Beide Demonstrationen treffen sich um 15:00 Uhr an der Deutzer Werft zu einer gemeinsamen Abschlusskundgebung.

Mehr Informationen: https://solidaritaetmitrojava.wordpress.com/aufruf/

Cafe Arranca!

[iL*] - 15. Oktober 2019 - 16:39

Der Sommer geht langsam zu Ende und wir laden euch alle zum nächsten Café Arranca! - dem Freiraumcafé der Interventionistische Linke Rhein-Neckar - ein.
Euch erwarten zum Essen leckere Blackbean Burger mit Rosmarin-Kartoffel-Ecken auf Selbstkostenbasis.

Nach dem Essen wird die Politikwissenschaftlerin Dastan Jasim, welche in den letzten Monaten in Kurdistan gelebt hat, über die jüngsten Geschehnisse in Rojava berichten und was wir hier vor Ort tun können!

Ab 19 Uhr gibts es Essen, um ca. 20 Uhr beginnt der Input. Wie immer im ASV Mannheim, Beilstraße 12 Hinterhaus. Wir freuen uns auf euch!

P.S. Helfer*innen sind wie immer schon ab 17 Uhr gerne gesehen.

Was ist das Cafe Arranca?!
Das Cafe Arranca! ist ein neues Freiraum-Angebot im ASV im Jungbusch, welches immer am dritten Sonntag im Monat um 19 Uhr stattfindet. In gemütlicher, ungezwungener (Café-)Atmosphäre möchten wir euch einen Raum bieten, für Diskussion und politische Auseinandersetzung, um sich auszutauschen und kennenzulernen. Oder einfach um entspannt die Woche ausklingen zu lassen. Dazu gibt es leckeres, veganes Essen zum Selbstkostenpreis und regelmäßig einen politischen Input (Film/ Texte/ Vortrag).
Wir wollen mit euch gemeinsam einen Raum schaffen in dem sich alle wohlfühlen und verschieden sein können, weshalb wir keinen Bock auf jegliches diskriminierendes Verhalten haben.

ILTIS in Bermudas - Rote Ecke? Die Linke und der Kampfsport

[iL*] - 15. Oktober 2019 - 16:27

»ILTIS in Bermudas«, Sendung 36: »Rote Ecke? Die Linke und der Kampfsport«:

Zum Livestream hier lang

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des 30-jährigen Bestehens des ASV, haben wir uns mit 2 Genossen aus Mannheim getroffen, die nicht nur Politik machen, sondern auch in Kampfsportgruppen sind. Doch wie verhält sich linker Kampfsport zu Gewalt und Wettbewerb? Welche Unterschiede gibt es zu rechten Kampfsportevents wie "Kampf der Nibelungen"? Und wie viele Frauen* wirken mit in einem durch Männer dominierten Sport?
Edgar Eisenkinn ist in der Partisanen-Gruppe aus dem JUZ Mannheim, Tofik ist von der Thaibox-Gruppe aus dem ASV Mannheim. Beide werden etwas zum Themenspektrum in gemütlicher Talkatmosphäre sagen, ergänzt durch Musik und moderative Inputs von der Moderation im Off.

»ILTIS in Bermudas« ist der monatliche Polit-Talk im Bermuda Funk der IL Rhein-Neckar & Friends. Die Sendung wird jeden dritten Dienstag eines Monats um 22 Uhr ausgestrahlt und kurz vorher aufgenommen. Sie ist über den Livestream des bermuda.funks ( http://bermudafunk.org/livestream.html ) zu empfangen sowie auf den UKW-Frequenzen 89,6 MHz (MA) / 105,4 MHz (HD) und anschließend vorübergehend im Podcast des bermuda.funks und dauerhaft im Archiv von Freie-Radios.net ( http://www.freie-radios.net/serie/iltisinbermudas ) zu finden.

Rote Zone: "Miete essen Seele auf" - Filmabend und Austausch

[iL*] - 13. Oktober 2019 - 17:11

Der Kampf um bezahlbaren Wohnraum hat inzwischen im ganzen Land stark an Öffentlichkeit gewonnen. Aktuell ist die Problematik schon lange und wird es wohl leider auch noch einige Zeit bleiben. Es ist an uns, unsere Zukunft und unsere Interessen in die eigene Hand zu nehmen und gegen die Profitinteressen der Reichen durchzusetzen.

Eine Initiative, die diesen Kampf schon viele Jahre führt, ist "Kotti und Co." in Berlin. Über sie und ihre Arbeit gibt es mit „Miete essen Seele auf“ einen tollen Film (ca. 55 Min.), der auch für uns hier in Hannover spannend ist. So unterschiedlich unsere Städte und unsere Bedingungen auch sind, so viel haben wir doch gemeinsam in den Problemen und den Gegnern, mit denen wir zu kämpfen haben.

Wir wollen nach dem Film gerne mit euch diskutieren, was wir von dem Kampf am Kottbusser Tor für uns in Hannover lernen können. Denn schon am 2. November ruft das neugegründete Recht auf Stadt-Netzwerk zur Demo auf. Es geht um ein Hannover, das uns allen gehört. Die Rote Zone mit dem Film ist eine gute Gelegenheit, um sich kollektiv auf die Demo einzustimmen und weitere Pläne zu schmieden!

Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken Hannover.

Was tun in Sachsen?

[iL*]-Debattenblog - 11. Oktober 2019 - 13:21

Wie die Ergebnisse der Bundestagswahlen gezeigt haben, übersteigt das AfD-Wähler*innenpotenzial in Sachsen das in anderen Teile der Republik bei weitem. Unsere Genossin Sophie von Prisma aus Leipzig argumentiert, dass der Erfolg der Rechten das Produkt einer jahrzehntelagen CDU-Dominanz ist, die (radikale) Linke aber auch in der aktuellen Situation durchaus Handlungsoptionen hat.

Genugtuung – das war das bestimmende Gefühl in mir beim Anblick des Wahlergebnisses, das die »sächsischen Verhältnisse« schwarz auf weiß in den bundesweiten Medien festgehalten hat. Niemand kann es ignorieren, wenn sich 27 Prozent der Wähler*innen für völkisch-nationale Inhalte entscheiden. Ein Prozent für jedes vergangene Jahr CDU-Regierung in Sachsen.

Gleichzeitig mischte sich das Gefühl von Genugtuung schnell mit Angst. Abstrakt, aber auch ganz konkret vor der eigenen Zukunft in Sachsen. Denn ich habe im letzten Jahr gespürt, wie Faschismus funktionieren kann. Im Sommer, in Bautzen. Als der SPD Oberbürgermeister (OBM) sagte, dass er »absolut keine andere Wahl« hätte, als einen Geflüchteten nach dessen Suizidversuch mittels Aufenthaltsverbot aus der Stadt zu verbannen, die erst vor kurzem zu seinem Zuhause wurde. Er setzte das um, was die Nazis der Stadt schon länger forderten. Der OBM betonte, dass es keine Strafe sei, sondern ein Akt der Gefahrenabwehr. Das erinnert an Schutzhaft und die verlogene Darstellung vermeintlicher Ausweglosigkeit von Verantwortungsträger*innen zur Zeit des historischen Faschismus.

Mir persönlich hilft gegen diese Angst nur die Hoffnung auf eine langfristige Veränderung. Eine Regierung ohne Beteiligung der AfD reicht mir nicht, weil die CDU in Sachsen genauso schlimm ist und die Situation selbst zu verantworteten hat. Trotz und gerade wegen der akuten Gefahr von Rechts geht es auch in Sachsen darum, »alle Verhältnisse umzuwerfen«.

Rechtsruck als autoritäre Entwicklung

Ich glaube, es ist hilfreich, den Rechtsruck vor allem auch als autoritäre Entwicklung zu begreifen, die sich eben nicht nur in rechten Parteien ausdrückt. Mir persönlich ist dies neben anderen Erfahrungen an den Reaktionen im Umgang mit Geflüchteten in Bautzen bewusst geworden. Anders als noch im Jahr 2016 hat die einseitige Fokussierung auf Geflüchtete in Bautzen im Sommer 2017 zu keinem Aufschrei bei den linken Parteien und der Zivilgesellschaft geführt. Niemand erklärte das dreimonatige Aufenthaltsverbot für eine gesamte Stadt als unverhältnismäßig. Der mehrfach von linken Akteur*innen aufgebrachte Wunsch nach Aufenthaltsverboten für Nazis und die fehlende Kritik durch relevante politische und zivilgesellschaftliche Akteur*innen interpretiere ich als zunehmende Akzeptanz autoritärer Antworten – eben auch bei linken Akteur*innen.

Die CDU als Nährboden für ein autoritäres Sachsen

Ein autoritäres Projekt war in Sachsen schon weit vor der Gründung der AfD viel fester verankert als in anderen Teilen der Republik. Als Grund dafür lässt sich die autoritäre Erziehung und Subjektivierung in der Gesellschaft der ehemaligen DDR nicht ausblenden. Auch die Prekarisierungserfahrungen der Menschen in Ostdeutschland, u.a. durch den autoritär durchgesetzten Neoliberalismus und die mit ihm einhergehenden wirtschaftlichen Raubzüge in der Nachwendezeit sollen nichts entschuldigen. Sie sind aber Teil einer Erfahrung krisenhafter Vergesellschaftung, die in der bundesweiten Linken nicht thematisiert wird. Entscheidend für den Unterschied zwischen Sachsen und den restlichen ostdeutschen Ländern ist aber letztlich die Dominanz der CDU und ihre autoritäre Art und Weise,...

Dumdi

[iL*]-Debattenblog - 11. Oktober 2019 - 13:16

sDASDASD

Im Angesicht des Krieges in Syrien

[iL*]-Debattenblog - 10. Oktober 2019 - 16:05

Krieg. Er kündigte sich an. Nun ist er da. Erneut. Der türkische Staat begann am 9. Oktober den zweiten völkerrechtswidrigen Angriff auf syrischem Gebiet und gegen die von der kurdischen Bewegung geschaffene selbstverwaltete Region Rojava. Aus dem Inneren des Krieges erreicht uns ein Zuruf der Kampagne "Make Rojava Green Again" (MRGA), das Teil der Internationalistischen Kommune ist.

Der Krieg hat viele Seiten 

Kriegsflugzeuge donnern über unsere Köpfe und zum ersten Mal seit Beginn der Revolution hören wir wie nur einigen Kilometer von uns entfernt Bomben auf die Stadt Derik fallen. Einige Freund*innen rufen an, auch in anderen Städten ist die Situation angespannt, auch dort fallen Bomben. Der türkische Staat bedroht seit langem die ökosozialistische Revolution, die in Rojava stattfindet, und heute sind ihre Bedrohungen Realität geworden. Es ist keine Überraschung, wir hatten diesen Tag schon seit Monaten erwartet. Wir sind bereit und werden diese Revolution verteidigen 

Wir erleben auch einen Krieg gegen die Natur, der türkische Staat zerstört die ökologischen Lebensgrundlagen der Menschen, indem er Wälder verbrennt, Flüsse aufstaut und Böden mit chemischen Waffen und Uranmunition verpestet. Der türkische Staat versucht seit Jahren, den Widerstand in Kurdistan zu brechen und die Revolution in Rojava zu zerstören, geschafft aber hat er es nie. Und deshalb greift der türkische Staat jetzt noch vehementer und direkter an und will in ganz Rojava einmarschieren. Der Krieg, der gerade beginnt, ist die Fortsetzung von jahrzehntelanger faschistischer Politik und Unterdrückung.

Die Herrschenden versuchen, die Gesellschaft und die Natur zu kontrollieren und zu dominieren, und sie werden alle Anstrengungen unternehmen, um das zu zerstören, was sie nicht dominieren können. Sie werden die Bevölkerung angreifen, und sie werden die Natur angreifen, in der diese Bevölkerung lebt. Jetzt attackieren sie uns mit dem gesamten Arsenal, das zu einer Nato-Armee gehört: Mit Kriegsflugzeugen, Drohnen und Panzern. Die Kriegsmaschinerie, die gegen Rojava in Gang gesetzt wird, zeigt deutlich, wie krank dieses System ist. Ein System, das immer neue Waffensysteme in Stellung gegen die Menschen in der Region bringt, ein System, in dem Milliarden mit dem Kriegsgeschäft gemacht werden.

Die Rojava-Revolution begann vor mehr als 7 Jahren  

Trotz der Schwierigkeiten und Widersprüche, trotz der physischen und medialen Kriegsführung schreibt das Volk in Rojava und in der Demokratischen Föderation Nordostsyrien weiterhin Geschichte. Eine Geschichte der Demokratie, Frauenbefreiung und der Ökologie. Eine Geschichte der Revolution und des Internationalismus. Eine Geschichte der Alternativen zur gegenwärtigen kapitalistischen Mentalität und zum nationalstaatlichen System. Um diese Alternativen aufzubauen, arbeiten wir in allen gesellschaftlichen Bereichen: Bildungs- und Gesundheitsprojekte werden durchgeführt und sind für alle offen. Genossenschaften und kommunale Wirtschaftsprojekte für Landwirtschaft und Viehzucht werden entwickelt, in denen die Menschen ihr Land gemeinsam und nachhaltig nutzen können. Hunderte von Aufforstungsprojekten mit Obst- und Olivenbäumen werden in Zukunft dazu beitragen, den Auswirkungen des Klimawandels und der gnadenlos fortschreitenden Wüstenbildung entgegenzuwirken. 

Der wichtigste Kampf in dieser Revolution ist der Kampf gegen das Patriarchat und für die Befreiung der Frauen. Denn das Patriachat, die Männerherrschaft über die Gesellschaft ist die älteste Herrschaftsform, auf ihr beruhen alle anderen Formen von Unterdrückung, auch die...

Feminismus von Ost: Podiumsgespräch über verlorengegangene Errungenschaften und die Verschiedenheit feministischer Perspektiven in Ost und West.

[iL*] - 10. Oktober 2019 - 9:29

Feminismus von Ost: Podiumsgespräch über verlorengegangene Errungenschaften und die Verschiedenheit feministischer Perspektiven in Ost und West.
27.10.2019 – 19 Uhr  Zucker (Liebfrauenstraße 66, Darmstadt)


„Die Frauen haben kein Vaterland zu verlieren, sondern eine Welt zu gewinnen. Wir sollten gerade jetzt die Chance ergreifen, in einem erneuerten Sozialismus die Vielfalt unserer Lebensformen, unserer individuelle Verschiedenartigkeit, unsere Bedürfnisse und Ansprüche zur Geltung bringen.“
(Auszüge aus dem Manifest für eine autonome Frauenbewegung. “, 03.12.1989, Ost-Berlin. In: Frauen in die Offensive: Texte und Arbeitspapiere. Berlin, 1990)


Der Alltag vieler Frauen in der DDR waren durch ein hohes Maß Unabhängigkeit geprägt. Errungenschaften der feministischen Bewegung, wie eine Frauenerwerbsarbeit bei gleichem Lohn, die Legalität von Schwangerschaftsabbrüchen, ein liberales Scheidungsrecht oder eine Anrecht auf Kinderbetreuung waren – bei gleichzeitig patriarchalen Staatswesen – gelebte Realität.
Mit der Eingliederung der DDR in den westdeutschen Staat im Oktober 1990 ist dieser Emanzipationsvorsprung Ost passé. Die Entwicklungen in der Nachwendezeit stellten das gesamte Werte- und Wirtschaftssystem auf dem Kopf: Massen- und v.a. weibliche Arbeitslosigkeit, eingebrochene Geburtenraten und gesetzliche Rückschritte prägten diese Zeit.
Dabei wurde der gesellschaftliche Aufbruch im Herbst 1989 in der DDR von einer starken unabhängigen Frauenbewegung getragen, die die weitere Emanzipation von Frauen als ein gesamtgesellschaftliches Projekt einer offenen, ökologische, nicht-totalitäre sozialistischen Gesellschaft verstand.
Der feministische Aufbruch 89 und die ostdeutschen Emanzipationsmomente werden in der zeitgenössischen (westdeutschen) Erinnerungskultur weitestgehend ausgeblendet. Zudem prallten nach 1990 die unterschiedlichen Lebensrealitäten und Überzeugungen west- und ostdeutscher Feministinnen aufeinander, wodurch sich ostdeutsche Feministinnen frustriert zurückzogen.


Mit dem Podiumsgespräch wollen wir an die emanzipatorischen Ansätze der unabhängigen feministischen Bewegung in der DDR und Ostdeutschland anknüpfen. Was zeichnete die ostdeutsche Frauenbewegung im Herbst 1989 aus? Wieso verstanden die ostdeutschen Feministinnen nach der 1990 ihre westdeutschen Schwestern nicht? Was können wir für die gegenwärtigen feministischen Kämpfe lernen?
(Bild: Unabhängiger Frauenverband UFV)

Die Veranstaltung ist der Teil der Reihe „Emanzipatorische Perspektiven im Osten  Gesellschaftlicher Aufbruch 1989 und ostdeutsche Verhältnisse 30 Jahre danach“ der Interventionistischen Linken Darmstadt

„Sorgen wir dafür, dass in unserem Land niemand wegen seiner Herkunft, seiner Nationalität, wegen seiner Behinderung oder einfach seiner Andersartigkeit ausgegrenzt wird. Schaffen wir vielmehr die Bedingungen für die Entwicklung solidarischer Beziehungen – zwischen Männern und Frauen, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Alten und Jungen, zwischen Gesunden und Kranken (…).“

„Wollen wir uns etwa mit den Herren in Bonn wiedervereinigen? Die Diktatur des Politbüros durch die Diktatur des Bundeskanzleramts ersetzen? Wiedervereinigung hieße in der Frauenfrage drei Schritte zurück. Es hieße – überspitzt gesagt – Frauen zurück an den Herd. Es hieße: wieder Kämpfen um das Recht auf Arbeit, kämpfen um einen Platz für den Kindergarten, und die Schulspeißung. Es hieße vieles mühsam Errungene aufzugeben, statt es auf eine neue qualitative Stufe zu heben“

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[iL*] - 8. Oktober 2019 - 14:16

Stand 10/2019

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Klimakrise und weiße Anzüge in Venedig

[iL*]-Debattenblog - 4. Oktober 2019 - 13:55

Vor 20 Jahren waren die Tute Bianche überall in Munde. Nun sind sie zurück. Wie die weißen Anzüge in Zeiten der Klimagerechtigkeitsbewegung zurück nach Italien kommen und sich neue Aktionsformen entwickeln, zeigte sich auf dem ersten Klimacamp in Venedig. Bei Störaktionen mit Motorbooten gegen Kreuzfahrtschiffe und der Frage, warum es mehr Aktionen wie #WeWantTheRedCarpet braucht, waren einige unserer klimabewegten Genoss*innen dabei.

Vom 4. bis 8. September 2019 fand das erste Klimacamp in Italien am Lido (Strand) von Venedig statt. Organisiert von der lokalen Fridays for Future Gruppe und dem Comitato No Grandi Navi – Venezia (Komitee gegen die großen Schiffe - Venedig) lud es zu Plenumsdiskussionen, Workshops, Vernetzungsprozessen und direkten Aktionen ein. Mit dabei war auch das Medienprojekt Global Project, das selbst aus den sozialen Bewegungen kommt und über politische Aktionen wie auch über die allgemeine Weltlage und alternative Kultur berichtet. Zeitgleich - und nur zwei Kilometer vom Klimacamp entfernt - fand unter den Augen der Weltöffentlichkeit das 76. Internationale Filmfestival von Venedig statt.

Das Camp

Etwa tausend Aktivist*innen - und damit doppelt so viele, wie zuvor vom Orga-Team erwartet - hatten sich im Camp eingefunden. Für die Sherwood-Festival-erfahrenen Aktiven jedoch kein organisatorisches Problem. Weil die Campfläche zu klein war, wurde als erste Campaktion kurzerhand am ersten Tag eine Brachfläche direkt neben dem Camp besetzt. Das Grundstück liegt seit mehreren Jahren unbenutzt, da es Proteste und eine juristische Auseinandersetzung um den dort geplanten Supermarkt gibt. Mit Tiermasken (dem Erkennungszeichen einiger Klimaaktionen italienischer Aktivist*innen der letzten Jahre) und Drahtschneidern wurde der Zaun um das Gelände geöffnet. Mit Sägen, Sensen und Rechen wurden Gestrüpp und hohes Gras entfernt und Zelte aufgebaut. Die Polizei, die rund um das Filmfestival zahlreich positioniert war, interessierte sich für die Besetzung nicht.

Der Diskurs um umweltbewusstes Leben ist in Italien nicht so weit verbreitet wie in Deutschland. Im Vergleich zu früheren italienischen Camps zeigten sich aber Veränderungen: Es gab - explizit aus ökologischen Gründen - veganes Essen, das extra für das Camp von lokalen Bio-Bäuerinnen bezogen wurde. Dadurch hat sich sogar eine Kooperation zwischen den Bäuerinnen und den Sozialen Zentren im Nordosten Italiens etabliert. Zudem gab es Mülltrennung und Verwendung regenerativer Energien und es wurde zum vorsichtigen Umgang mit Flora und Fauna des Campingbereichs sowie Strand und Dünen aufgerufen.

Maßgeblich mobilisiert über die International-AG von Ende Gelände (Ende Gelände Goes Europe) war fast ein Drittel der Camper*innen von außerhalb Italiens gekommen: Aus den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Schweden, Großbritannien, Norwegen - und fast 200 Personen aus Deutschland. Darunter - vor allem, aber nicht nur - bereits organisierte Aktivist*innen. Insgesamt zeigte sich auch hier, wie mobilisierungsstark die Klimabewegung derzeit ist (auch wenn sicherlich Sommer, Strand und die Stadt Venedig ebenfalls zur Mobilisierung beigetragen haben). Auch Aktivist*innen aus Argentinien und Nigeria waren da, die Inputs bei Workshops/Vorträgen hielten, von ihren lokalen Kämpfen berichteten und über Fragen von Migration und Ökotransfeminismus debattierten.

Das Programm war im Gegensatz zu den deutschen Klimacamps weniger gefüllt, neben ein bis zwei Workshops/Vorträgen am Tag (die in großer Runde mit langen Redebeiträgen stattfanden) gab es...

Critical Mass am Global Strike Day 20.9.

[iL*] - 22. September 2019 - 17:31
Auftakt an der LorenzkircheCC BY

Alle fürs Klima

Seit über einem Jahr zeigt die Fridays for Future Bewegung starke Präsenz auf der Straße. Die Bewegung - entgegen der Hoffnungen der Herrschenden - wird immer größer, die Forderung nach Klimaschutz finden in breiten Teilen der Gesellschaft Anklang. Auch die Versuche, die Bewegung zu delegitimieren sowie ihr zu drohen half nichts. Ganz im Gegenteil. Die Beteiligung von Fridays for Future an Ende Gelände zeigt, dass sie sich teilweise radikalisiert. Zusätzlich findet die Bewegung zunehmend Unterstützung aus anderen Bereichen: Gewerkschaften, Wissenschaft, usw.. Und sie wird breiter. Andere Strömungen verbinden ihre Kämpfe mit dem Klimaschutz: Seebrücke (Antirasissmus) [1], FLINT*-Streik-Bündnis (Feminismus) [2], Bündnis Frieden in Kurdistan (Internationale Solidarität) [3]. Sie zeigen uns, dass alle Krisen die selbe Ursache haben: den Kapitalismus.

Critical Mass führt zum zeitweisen Ausnahmezustand auf der Straße

Am 20. September war weltweit ein großer Streiktag. In 150 Ländern streikten ca. 1,5 Millionen Menschen für den Klimaschutz. So auch in Nürnberg: Ab 12.05 h fand die erste große Klimastreik-Aktion mit anschließender Demonstration durch die Innenstadt nach den Ferien statt. 8000 Menschen - nicht nur Schüler*innen -  fanden sich auf dem Lorenzer Platz ein. Ca. 450 davon radelten ab 15.00h ca. 2 h durch die Stadt als eine Climate Critical Mass. Bunt, laut und kraftvoll waren sie Teil des Verkehrs. Die Route führte vom Hauptbahnhof über den Plärrer, die Rothenburgerstraße, dem Frankenschnellweg, der Landgrabenstraße, dem Hauptbahnhof, dem Rathenauplatz, dem Nordring, an der JVA vorbei, das Hallertor zum Friedrich-Ebert-Platz, an dem der "PARKing Day" stattfand. Dabei mussten die Autos den Fahrrädern weichen. Einige Straßen davon waren zeitweise durch die Fahrradfahrer*innen komplett für einige Zeit versperrt, wurden erfolgreich blockiert.

"System change statt Climate change"

Zuammen mit Ende Gelände [4], Seebrücke und dem FLINT*-Streik-Bündnis beteilgten wir uns an dem Streik. Wir fordern nicht nur das Ende aller fossilen Brennstoffe, eine Verkehrswende zugunsten des Fahrrades und das Ende des Klimawandels, sondern darüber hinaus einen echten gesellschaftlichen Wandel. "System change statt Climate change" war u.a. auf den Plakaten zu lesen. Der Kapitalismus hat den Klimanotstand verursacht, er wird ihn nicht lösen können. Die Auswirkungen der Klimakrise sind schon lange spürbar, doch ein zielgerichtetes Handeln bleibt seitens der Politik aus. Deshalb brauchen wir ein neues System.

 

  1. fb: Seebrücke-Nürnberg-683132255405007
  2. fb: Feministischer-Streik-Nürnberg-264230307825977
  3. fb: FriedenInKurdistan
  4. fb: Ende-Gelände-Nürnberg-385804488649161

 

 

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